
Eine interessante Dialogveranstaltung mit Landesrat Rudi Anschober und Bürgermeisterkandidat Otto Bauer gab es gestern Abend in Kremsmünster. Beeindruckt hat mich dabei nicht nur der vom eigenen Kommunikationsbüro über eine großflächig affichierte Kampagne bis zu zahlreichen Veranstaltungen sehr professionelle Wahlkampf der Grünen Kremsmünster. Beeindruckend war vor allem auch das breite Themenspektrum, das die BesucherInnen gestern mit ihren Fragen an die beiden Diskutanten am Podium abdeckten.
Die Palette an Fragen reichte von lokalen Themen bis zu grundsätzlichen Fragen - ein kurzer Auszug: Hindernisse bei Photovoltaik am eigenen Dach wurden ebenso besprochen wie die grundsätzlichen Probleme beim Ökostromgesetz. Die Frage nach der Attraktivierung des Ortskerns war unmittelbar verbunden mit der generellen Frage zu Kultur im Ort und zur Zukunft des Kremsmünsterer Theaterhauses.
Persönliche Meinungen zum “Luft 100er” wegen der Feinstaubbelastung auf der A1 und eine Idee zu umweltpolitischen Steuerungsmöglichkeiten bei Firmenautos wurden beim Thema Verkehr und Umwelt ebenso behandelt wie die Notwendigkeit des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs. Fragen zu Chancen und Problemen beim Thema Integration (für Anschober “momentan die politische Schlüsselfrage in Österreich”) wurden ebenso konkret angesprochen wie das Thema Sicherheit in unterschiedlichen Aspekten - von Kriminalität über Hochwasserschutz bis zu Gentechnikfreiheit.
Am spannendsten war jedoch sicherlich die Frage, wie die Grünen wieder stärker bei der Jugend werden können und welche politischen Andockpunkte man dieser bieten würde. Laut Rudi Anschober gäbe es bei der Jugend nicht nur den medial vermittelten Rechtsruck, sondern vielmehr eine Polarisierung zwischen Grün und Blau. Eines stellte Anschober jedenfalls in Richtung der medialen Kritik an der vermeintlichen Politikverdrossenheit der heutigen Jugend klar: “Die Jugend ist nicht politikverdrossen, es waren noch nie so viele junge Menschen politisch engagiert“.
Dies belegt nicht nur der Anstieg an jungen Mitgliedern bei den Grünen gerade in den Wochen und Monaten nach dem Rechtsruck bei den letzten Nationalratswahlen, sondern auch das Engagement vieler junger Menschen im jetzigen Wahlkampf. Dieses reicht vom Antreten bei Gemeinderatswahlen über aktive Mitarbeit in den Gemeindegruppen bis hin zum Online- und Offline-Wahlkampf in den eigenen Lebensumgebungen.
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Politikverdrossen ist die Jugend sicherlich nicht. Nein Eindruck ist eher, dass sie PolitikerInnenverdrossen, enttäuscht und orientierungslos ist. Einverstanden?
Genau!