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19Okt

Einblicke: Christoph Chorherr zu Peak Oil & Co.

2009-10-13-um-19-28-09

Über Peak Oil und das Ende der modernen Konsumgesellschaft diskutierte Volker Plass von der Grünen Wirtschaft vergangene Woche mit Christoph Chorherr. Es war ein Thema, das für mich persönlich zwar aufgrund meiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Themen inhaltlich weniger Neues brachte, aber dennoch gerade aufgrund von fünf interessanten Aussagen wertvoll war.

1.) Die Statistik des Abends: Die Zahl der Übergewichtigen entspricht der Zahl der Hungernden. Diese Statistik eröffnet zwar realpolitisch nur begrenzten Handlungsspielraum, kann aber plakativ die ungerechte Verteilung im Bereich der Nahrung auf den Punkt bringen. Denn obwohl laut Studien sogar 9 Milliarden Menschen ernährbar wären, hungert heute schon jeder sechste Mensch. Damit wurde leider erstmals seit den 1970er Jahren wieder die Zahl von einer Milliarde Hungernden überschritten.

2.) Der Vergleich des Abends: Ein Ölfeld ist wie eine Orange. Illustrativer kann man die steigenden Kosten der Ölgewinnung und damit den zwangsläufig steigenden Ölpreis wohl kaum vermitteln: Ebenso wie beim Auspressen einer Orange, wo man zunächst ohne viel Mühe viel Saft herausbekommt ehe man für den verbliebenen Rest die meiste Kraft benötigt, verhält es sich bei Ölfeldern, wo die Ölförderkapazitäten kontinuierlich sinken und die Gewinnung des verbleibenden Öls immer aufwändiger und teurer wird. So wird Peak Oil auch für Laien verständlich kommuniziert!

3.) Die Frage des Abends: Gibt es genug Lithium für einen Elektroautoboom? Die Elektromobilität ist in aller Munde, der große Durchbruch scheint laut Politik, Medien und Autoindustrie nur mehr eine Frage weniger Jahre zu sein. Doch gibt es genug Lithium, um die Akkus und Ersatzakkus (für großflächige Batteriewechselsysteme wie von Better Place) für hunderttausende Elektroautos zu produzieren? Bei der Veranstaltung “Elektromobilität bewegt” Anfang Oktober signalisierten Podiumsteilnehmer ein “Ja”, Christoph Chorherr hingegen tendierte nach einer Überschlagsrechnung zu einem “Nein”. Ich werde versuchen der Frage demnächst nachzugehen und freue mich über Links und Anregungen!

4. & 5.) Der Link und die Mythenabsage des Abends: Gapminder.org und warum nicht die Geburtenraten in Entwicklungsländern schuld sind. Maßgeschneiderte, selbstgebastelte Statistiken zu sämtlichen Themen, Ländern und Zeiträumen - das ist Gapminder.org. Christoph Chorherr zeigte mit diesem Onlinetool, dass die Gleichung “Niedriges (hohes) BIP/Kopf = Hohe (niedrige) Geburtenrate” in den letzten Jahrzehnten immer weniger zutrifft. Hohe Geburtenraten in armen Ländern, wie sie beispielsweise beim Klimawandel (Emissionen, Energieverbrauch) oftmals als Problem genannt werden, sind also de facto weder ein Problem noch Realität.

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Verfasst am 19.10.2009 um 0:05 Uhr von Andreas Lindinger mit den Stichworten , , , , , .
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