
Das Audimax der Universität Wien ist seit gestern besetzt! Am Nachmittag und in der Nacht wurde auch ich Zeuge einer einzigartigen Protestaktion modernen Zuschnitts: wichtige Forderungen, spontane Initiierung, moderne Kommunikation und eine Prise Party dazu. “Endlich tut sich was!” war der Grundtenor, der sowohl bei den rd. 2.000 Studierenden vor Ort als auch bei der umfassenden Onlineberichterstattung und -diskussion vorherrschte!
Die Forderungen der Studierenden sind umfassend und wichtig, von der Re-Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen über mehr Budgetmittel bis hin zu flexibleren Studienplänen. Anstatt einer zentralen Forderung gibt es eine Fülle an Forderungen, die die zahlreichen universitären Baustellen und den großen Unmut unter den Studierenden über die schlechten Verhältnisse an unserer Uni unterstreicht.
In zahlreichen Gesprächen gestern Nacht wurde mir dieser Eindruck bestätigt: der eine muss überfüllte Vorlesungen vom Gang aus verfolgen, die andere beklagt Probleme beim Anrechnen von Studienleistungen - das Spektrum des Ärgers der Studierenden ist schier unerschöpflich und es ist eine Schande für ein reiches Land wie Österreich, den Studierenden so viele Hindernisse in den Weg zu legen. Es ist Zeit, sich zu umfassenden Zukunftsinvestitionen in universitäre Lehre und Forschung sowie zu den Universitäten als Ort der Bildung anstatt der massenabfertigungsartigen Ausbildung zu bekennen!
Die Proteste gehen weiter! Denn es gilt, das Tempo des ersten Protesttags aufrechtzuerhalten! Initiiert Protestaktionen an anderen Universitäten dieses Landes! Kommt vorbei, egal ob ihr Studierende seid oder nicht! Und klärt eure Mitmenschen über die Proteste und Forderungen der Studierenden auf, damit ernsthafte Auseinandersetzungen mit den Anliegen der Studierenden und nicht der Partyvorwurf oder die bedauerlichen Sachbeschädigungen die öffentliche Diskussion beherrschen!
Denn es geht hier nicht nur um Missstände an den Universitäten, sondern auch um den Ärger über grundsätzlich falsche Prioritätensetzungen und gesellschaftlich auferlegte Systemzwänge durch die Politik! Und wer jetzt noch behauptet, junge Menschen seien unpolitisch und unengagiert, der hat unsere Form des Protests nicht verstanden. Denn es ist eine Form des Protests, die Ernsthaftigkeit und Spaß sowie klassische Organisation und moderne Kommunikation vereint! Kommt vorbei und macht mit!
Ein ausführliches Video gibt es von Tom Schaffer. Mehr Infos und Berichte unter anderem bei ZurPolitik, Politwatch, Polilog, Eva Maltschnig, Kathiza, 2-Blog, yxbitBlog, Santa Precaria oder Leichen der Zeit. Die schnellste Berichterstattung gibt es wie immer via Twitter.
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nicht aufgeben, keine fristen setzen von wegen “nur bis DI besetzt” - unbefristet streiken, campus besetzen… da gibt´s auch noch große HS… institute besetzen…
weiter so!
Es ist sehr naiv die rebellierenden linken Studenten mit den unterrichts- und prüfungswilligen Studenten in einen Topf zu werfen und diese als “die Studierenden” zu bezeichnen.
Jemand, der mutwillig die Unieinrichtung, die der Steuerzahler zahlt, beschädigt, sollte meiner Meinung nach keine politische Aufmerksamkeit bekommen. Da rede noch einmal jemand von einer Sozialisierung der Verluste der Wirtschaftskrise.
So lange es sich um Schäden, verursacht von der linken Seite des politischen Spektrums handelt, dürfen diese anscheinend sehr wohl “sozialisiert” werden.
Vandalismus und Bierdosen im Hörsaal -
das ist grüne Bildungspolitik