
Klimawandelanpassung ist neben Klimaschutz die zweite wesentliche Säule einer nachhaltigen Klimapolitik. Trotz der Bedeutung einer zukunftsfähigen Anpassungsstrategie gerade für den heimischen Tourismus oder die heimische Landwirtschaft ist das Thema in Medien und Öffentlichkeit noch wenig präsent. Letztes Jahr nahm ich an der Umfrage zum Thema “Anpassung an den Klimawandel in Österreich” von Umweltbundesamt und Lebensministerium teil, die ersten Ergebnisse sprechen eine interessante und deutliche Sprache:
489 Österreicherinnen und 673 Österreicher nutzten diese Gelegenheit, um ihre Standpunkte in die Entwicklung einer nationalen Anpassungsstrategie einfließen zu lassen. Besonders erfreulich ist, dass dabei die Gruppe der 21-30jährigen am stärksten vertreten war und damit einmal mehr zeigte, dass der Klimawandel ein zentrales Thema meiner Generation darstellt. Rege Teilnahme gab es auch unter den 31-50jährigen, für die das Thema sowohl aufgrund der persönlichen Zukunft als auch aufgrund der Bedeutung für die eigenen Kinder wichtig ist.
Die Emotionalität und die thematische Breite der Antworten unterstreichen dabei die Bedeutung des Themas und das Interesse für die persönlichen Handlungsmöglichkeiten, egal ob im Klimaschutz, im Umweltschutz, in der nachhaltigen Entwicklung oder im persönlichen Lebensstil. Schlagwörter wie “Eine-Welt-Problematik”, “Brückenschlag zwischen politischer und individueller Verantwortung” oder “Partizipative Einbindung der Bevölkerung” zeigen, dass eine ganzheitliche, sachliche und partizipative Herangehensweise gewünscht wird!
Auch zahlenmäßig spricht die Umfrage eine deutliche Sprache: Der Klimawandel ist für die Mehrzahl der TeilnehmerInnen ein “sehr ernstes Problem”, doch rd. ebensoviele fühlen sich in Bezug auf die Anpassungsmöglichkeiten nicht bzw. nicht sehr gut informiert. Die sachliche und ernsthafte Behebung dieses Informationsdefizits stellt somit für Politik und Zivilgesellschaft die grundlegende Herausforderung dar.
Doch gerade hier versagt die Politik: 88% sind der Meinung, dass von der Politik in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu wenig unternommen wird. Dabei wäre breite Unterstützung in der Bevölkerung vorhanden: 95% sind bereit, einen persönlichen Beitrag in Form von Verhaltensänderungen im eigenen Lebensstil zu leisten. Und aus Sicht von 87% können Anpassungsmaßnahmen auch positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben.
Die Bevölkerung ist also bereit zu handeln, nicht zuletzt weil sie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen einer vorausschauenden Klima- und Energiepolitik erkannt hat! Dennoch darf diese positive Ausgangslage nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Thema noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Dies zeigen nicht zuletzt die stark vom Bildungsgrad abhängigen Teilnahmezahlen an der Umfrage.




























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