
Es gäbe zahlreiche vernünftige Argumente gegen eine Umwidmung der Kremstalkaserne in ein Asylerstaufnahmezentrum: Beispielsweise dass aufgelassene Kasernen nicht die optimale Unterkunftsart für AsylwerberInnen darstellen. Oder dass kleinere, regionale Einheiten in allen Bundesländern ein sinnvollerer Ansatz wären. In den Regionalzeitungen Bezirksrundschau und TIPS ist davon diese Woche von Politikerseite jedoch wenig zu lesen…
Landtagsabgeordneter Dörfel schreit umso lauter “Kommt für uns überhaupt nicht in Frage”. Wo Menschenrecht und humanitäre Hilfe im Vordergrund stehen sollten, entgegnet Dörfel nur “Wir haben unsere Aufgaben innerhalb Österreichs erfüllt”. Als könnte man Leistungen anderer Gemeinden im Bundesland dort aufrechnen, wo dringend Menschlichkeit und Unterstützung gebraucht werden. Als könnte man mit dieser fadenscheinigen Ausrede einmal mehr ignorieren, dass es hier um Schicksale von Menschen aus Kriegsgebieten und anderen Krisenregionen geht.
Und wenn schon keine sachliche Kritik an den Überlegungen des Verteidigungsministers möglich ist, dann diffamiert ihn Dörfel eben auf persönlicher Ebene aufgrund dessen Zivildienervergangenheit. Vielleicht fühlt sich Milizoffizier Dörfel auch einfach gekränkt, wenn immer mehr junge Menschen den Zivildienst dem Bundesheer vorziehen. Für Dörfel ist eine solche Breitseite gegen die Zivildienstprofession wohl die letzte Hoffnung, dass nicht noch mehr Zivildiener auf die Idee kommen, sich einmal als Verteidigungsminister für unser Land und dessen BürgerInnen einzusetzen.
Dabei ist eine Umwidmung in ein Asylerstaufnahmezentrum aufgrund des notwendigen Gemeinderatsbeschlusses und der bestehenden Kaufinteressenten ohnedies mehr als unwahrscheinlich. Für eine kurze politische Panikmache samt hypothetischer Widerstandsankündigung reichte das Thema allemal. Dörfel benutzte es, um gegen andere Bundesländer, den politischen Mitbewerber und den Verteidigungsminister zu wettern.
Doch gerade beim Thema Asyl braucht es statt populistischer Profilierung sachliche Argumente, statt Angstmache einen konstruktiven Dialog. Was es nicht braucht, ist eine Fortsetzung des Fekter’schen Unsicherheitswahns in unseren Regionen!




























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