
Was haben die Grünen und das Europäische Parlament gemeinsam? Beide haben ein Kommunikationsproblem! Was läge also näher als eine grüne BloggerInnenreise nach Brüssel? Doch nicht nur aus diesem Grund war ich gemeinsam mit 23 weiteren BloggerInnen auf Einladung von Marco Schreuder und Ulrike Lunacek diese Woche in der “EU-Hauptstadt”, um die Institutionen der Europäischen Union näher kennenzulernen.
Das Programm - eine Mischung aus Vorträgen, Diskussionen und Sightseeing - war reichhaltig und hat vor allem eines bewirkt: Die Europäische Union ist wieder ein Stück greifbarer geworden. Lese ich das nächste Mal in den Medien vom Europaparlament, so habe ich nun ein konkretes Bild vor Augen.
Höre ich das nächste Mal, dass ein Gesetzesvorhaben zwischen Kommission, Parlament und Rat hin- und hergeschoben wird, so weiß ich wie der dahinterliegende europäische Gesetzgebungsprozesses funktioniert. Und sehe ich das nächste Mal eine Rednerin am Pult des Europaparlaments, so erinnere ich mich, dass dort vor kurzem noch eine österreichische Bloggergruppe ihr Unwesen trieb.
Was bleibt noch von der ersten grünen BloggerInnenreise? Zum einen bleibt viel inhaltlicher Input, beispielsweise von Piratebay-Mitgründer und Flattr-Gründer Peter Sunde zur Idee Social Micropayments (Interview), vom Piratenpartei-Abgeordneten Christian Engström zu den Themen Filesharing, Copyright und Cultural Flatrate oder von Judith Kirton-Darling über die Arbeitsbedingungen im Erneuerbare Energien Sektor. Zahlreiche Videos dazu gibt es übrigens (bald) auf ichmachpolitik.at.
Und natürlich spannende Einblicke von unseren Abgeordneten Eva Lichtenberger und Ulrike Lunacek über ihre Arbeit im Europäischen Parlament und den Alltag in Brüssel. Dies und noch viel mehr eingesammelte Unterlagen gerade zu den für mich besonders interessanten Themen Netzpolitik und Green New Deal werden sicherlich noch in den einen oder anderen Blogbeitrag hier einfließen.
Zum anderen bleibt die Erkenntnis, dass es Europa - wie eingangs angedeutet - nicht an Inhalten und Informationen mangelt. Im Gegenteil, diese sind in einer Fülle und mit einer Transparenz vorhanden, wie man sie sich auf nationaler Ebene oft wünschen würde, wenngleich natürlich im Hinblick auf Open Data Bemühungen hier wie dort viel Verbesserungspotenzial besteht. Lange Suchwege, zähe Prozesse und latente Kommunikationsprobleme sorgen jedoch dafür, dass diese Informationen nicht bei den BürgerInnen ankommen.
Dies gilt es zu ändern! Und nach einer solchen Reise ist es gewiss, dass wir es sind, die dies ändern müssen. Wenn nationale Politik und Medien versagen, liegt es an uns als BloggerInnen und BürgerInnen, Europa unseren Mitmenschen, unseren MiteuropäerInnen näherzubringen. Brüssel ist nicht irgendein Ort weit weg, Brüssel ist nicht “die EU”, Brüssel sind nicht “die da oben” - Brüssel, das sind wir alle!
Nicht zuletzt bleiben viele schöne Eindrücke und lustige Momente einer abwechslungsreichen Reise in einer sehr netten Gruppe! Mein besonderer Dank gilt daher abschließend Marco Schreuder, Renate Papay und Karin Binder von den Grünen Wien für die hervorragende Organisation! Anbei ein paar ausgewählte fotografische Eindrücke - mehr Fotos gibt es in meinem Facebook-Fotoalbum!
Sightseeing am ersten Nachmittag - hier am Grande Place

Die Stadt der Schokoladekunst

Beim Europäischen Parlament

Grüne/EFA Konferenz “Financing Culture in the Digital Era”

Besuch der Ständigen Vertretung Österreichs bei der EU

Eröffnung der Linz09-Ausstellung “Hörstadt” im Europäischen Parlament

Am RednerInnenpult des Europäischen Parlaments

Österreichische BloggerInnen besetzen das Europäische Parlament #eubrennt

Interessanter Vortrag bei der EU-Kommission

Besuch im Wien-Haus

Abendessen mit Ulrike Lunacek und Eva Lichtenberger im Afrikaviertel

Gespräch mit Mitarbeiter der Onlineredaktion des Parlaments

Grüne/EFA-Konferenz “Green Jobs - Decent Work!”

Im Inneren des Europäischen Parlaments

Diskussion mit Christian Engström, Eva Lichtenberger & Jan Philipp Albrecht

Bislang wurde ein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.




























alles off the record. selbstverfreilich.