
Altach, Samstag Nachmittag, 500 Fans begleiten ihre Mannschaft Austria Salzburg voller Vorfreude und positiver Stimmung zum ersten Spiel der Regionalligasaison bei den Altach Amateuren. Jedem Austrianer ist nach den in Vorarlberger Medien erwähnten Sicherheitsbedenken klar, dass man sich im Sinne des Vereins kein Fehlverhalten leisten darf und stattdessen mit Emotionen und Gesängen beeindrucken will…
Beim ersten Spiel außerhalb Salzburgs nach fünf Jahren fühlt man sich rasch in Bundesligazeiten zurückversetzt: Beim Einlass wird man kontrolliert wie ein Schwerverbrecher, während des Spiels fühlt man sich in einem Auswärtskäfig wie ein Legebatteriehuhn und nach dem Spiel wird man von der Polizei wie ein Anti-WKR-Demonstrant eingekesselt und mit Pfefferspray verletzt.
Zu Letzterem später mehr, denn die Szenen vor und während des Spiels konnten die Freude beim violetten Anhang nicht trüben. Ebensowenig wie das 1:2 in der 89. Minute, da diesem noch der Ausgleich in der 93. Minute samt dementsprechendem Jubel folgte. Und natürlich ebensowenig wie Stinkefinger und unsportliche Provokationen des Altacher Tormanns oder zwei gelb-rote Karten wegen übertriebenem Torjubel beim 2:2.
Da bei der Amateurmannschaft der Altacher noch dazu praktisch keine Heimfans anwesend waren, stand einer friedlichen und gutgelaunten Heimfahrt nichts im Wege.
“Es war keine andere Kurve oder Gruppe an Leuten da, keine ersichtliche Gefahr ging von den Personen im Away-Sektor aus, warum also diese Trennung, oder besser gesagt dieses Einsperren?” (ein ratloser Austria Salzburg Fan)
So begab ich mich nach Spielschluss zum Ausgang des Auswärtssektors, um nach mehr als siebenstündiger Anreise per Zug aus Wien ebenso wie rd. 30 weitere Fans auch die Rückreise wieder per Zug anzutreten. Doch anstatt einfach das Stadion verlassen zu können, sah ich mich mit Stahlgittern abgesperrten Ausgängen und einer Polizistenhorde in voller Kampfmontur gegenüber.
Autofahrer wurden nur nach Vorzeigen eines Autoschlüssels einzeln hinausgelassen, ihre Mitfahrer hatten Pech wenn sie erst kurz später nachkommen wollten. Und Zugfahrer sollten erst gar nicht rausgelassen werden, schließlich ging ihr Zug ja ohnedies erst in gut eineinhalb Stunden.
“”Der Austria-Sektor wurde viel zu lange nicht geöffnet. Dann durften vier raus, beim Fünften war Stopp. Plötzlich wurde Pfefferspray eingesetzt. Das war ein brutales Fehlverhalten der Polizei”, sagt Austria-Pressesprecher Hütter.” (Kronen Zeitung)
Die Frage, wann wir rausgehen dürfen, konnte kein Mitglied der Exekutive beantworten und dass ein solches Einkesseln alles andere als eine Deeskalationsstrategie ist, wollte scheinbar kein Mitglied der Exekutive wahrhaben. Scheinbar wollte man bewusst statt auf die 3D-Strategie (Dialog – Deeskalation – Durchgreifen) einmal mehr auf die 3P-Strategie (Provokation – Pfefferspray – Prügeln) setzen. Das Auftreten der Polizisten bei meinem Sektorausgang legt jedenfalls diesen Verdacht nahe.
Was sich kurz darauf direkt neben mir abspielen sollte, versetzte meinem Vertrauen in die Polizei einmal mehr einen schweren Dämpfer: Als ein von der Polizei zurückgedrängter Zugfahrer seinen halbleeren Becher in Richtung eines Polizisten warf, stürmte dieser gefolgt von einem Kollegen auf ihn los, riss den Fan nieder und fixierte ihn mit einigen Schlägen auf dem Boden.
Brutales Verprügeln für einen harmlosen Bierbecherwurf, das nenne ich Verhältnismäßigkeit und souveränes Auftreten durch die Exekutive! Und vor allem eine deeskalierende Handlung, wenn eingekesselte Menschen zusehen sollen, wie einer ihrer Freunde krankenhausreif niedergestreckt wird.
Was dann folgte, kann ich nur dank umfassender Augenzeugenberichte erahnen, da ich glücklicherweise gemeinsam mit meiner von einem Polizisten leicht verletzten Freundin aus dem abgesperrten Bereich hinauslaufen konnte. Ein Pfeffersprayeinsatz traf jedenfalls zahlreiche Unbeteiligte und auf die gesetzlich vorgeschriebene Versorgung der Opfer durch Bereitstellen von Wasser zum Ausspülen der Augen wurde verzichtet, man konnte sich die Augen laut Exekutive ja in den nicht vorhandenen Toilettenanlagen auswaschen.
“Ich kann es nicht verstehen wie man eine extrem gute Stimmung mit einen 2:2 in der 95. Minute durch Absperren des Sektors noch zum Kippen bringen kann.. wenn der Sektor einfach aufgemacht wird und alle heimgehen haben wir alle ein schönes Fußballmatch mit allem drum und dran gesehen. (…) Dann muss auf einmal ein Obergscheiter Pfefferspray einsetzen, einfach in die Menge, Mädls und eigentlich nur Unbeteiligte werden getroffen, auch alles andere als deeskalierend.” (ein Austria Salzburg Fan)
Einmal mehr wird eines klar: Die Polizei hat ein massives Gewaltproblem in ihren eigenen Reihen, vor dem übrigens die Politik von Strache bis Fekter weiter die Augen verschließt. Diesmal waren wieder einmal unschuldige Fußballfans die Leidtragenden, beim nächsten Mal trifft es unschuldige Schwarze und beim übernächsten Mal unschuldige Demonstranten.
Die Opfer sind jedes Mal die gleichen, das Muster ebenso: Statt Dialog gibt es keine Antworten, statt Deeskalation gibt Provokation und statt sanftem Durchgreifen gibt es Körperverletzung, Pfefferspray und Verhaftungen. Zurückgelassen werden immer mehr Menschen, die nach dem Glauben in die Politik auch immer mehr das Vertrauen in die Exekutive und den Rechtsstaat verlieren:
“Mein kleiner 8-jähriger Sohn hatte absolute Panik als er die Turtles auf die Fans einprügeln sah. Als ich dann vorging mit meinem heulenden Sohn und dem Polizisten erklärte dass unser Auto vor der Tür steht und ich den Kleinen hier raushaben will weil er schon so panisch war wurde auch mir mit dem Schlagstock neben meinem Kleinen gedroht. Ein doch etwas verständnisvoller Ordner hat mich und meinen Kleinen dann bei einem Nebeneingang rausgelassen. Bin immer noch tief erschüttert und mein Kleiner hat jetzt panische Angst vor Polizisten.” (ein Austria Salzburg Fan mit Sohn)
Für die Medien ist am Tag danach die Sachlage klar wie immer: Meldungen der Exektuvie werden ohne Hinterfragen übernommen, Vorurteile gegenüber gewaltbereite Fußballfans, drogendealende Schwarzafrikaner oder linkslinke Demonstranten werden erhärtet und die Täter- und Opferrollen vertauscht.
“Da kommt es nicht mehr als einer billigen Ausrede gleich, wenn sich die Violetten diesmal nicht als Täter, sondern als Opfer einer künstlich hochgeschaukelten Situation der mit Pfefferspray angerückten Polizei fühlen. (Salzburger Nachrichten)”
Da interessiert es auch kaum, dass es seitens der Organisatoren bzw. der Exekutive massive Fehlleistungen auftraten. Neben nicht vorhandenen Sanitätern, unzureichenden Sanitäranlagen und dem vollkommen unangebrachten Verhalten der Polizei war es vor allem grob fahrlässig vom Heimverein und von der Exekutive, das Anliegen der Salzburger Austria nach einer Sicherheitsbesprechung vor dem Spiel scheinbar nicht ernst zu nehmen:
“”Wir hätten für 16.00 Uhr eine Sicherheitsbesprechung angesetzt gehabt, diese war allerdings mehr eine Plauderei, zudem waren erst 40 Minuten nachher alle beteidigten Personen da. Von Seiten der Altacher habe ich kein Interesse bemerkt”, so Hütter weiter. “Auch ein möglicher Einsatz von Pfefferspray wurde angesprochen, diese Botschaft wurde allerdings ignoriert.”" (Austria-Pressesprecher Alex Hütter, salzburg24)
So fuhren wir um 21:42 Uhr mit dem Zug aus Altach zurück in Richtung Osten. Statt Freude über ein spannendes Spiel und einen gewonnenen Auswärtspunkt herrschte Ratlosigkeit über das Auftreten der Polizei und Wut bei den Betroffenen, denen der Pfefferspray die Augen verschloss. Wenigstens hatten ein paar Polizisten an diesem Nachmittag offensichtlich ihren Spaß…
Foto Copyright: Thomas Schernthanner Sportfotografie

Discussion - 28 Comments
Paxton Fettel
Aug 03, 2010 at 13:00
Mag schon sein dass es übertrieben war jemand krankenhausreif zu schlagen weil er “nur” einen bierbecher geworfen hat (allerdings kommt man in ö leicht ins krankenhaus, also keine leistung).
de facto hat sich der fan als erstes falsch verhalten und nicht die polizei.
keine frage, aufmarschieren in kampfmontur ist provozierend aber das ist ein grund mit nem freund darüber zu schimpfen, aber nicht um jemanden zu bewerfen.
und all diese aktionen passieren weil in der vergangenheit etwas passiert ist. ob die richtigen handlungen gesetzt werden ist eine komplett andere frage..
bastard
Aug 03, 2010 at 13:00
du weißt schon, dass wir in einem rechtsstaat leben und die polizei sich an die gesetzte halten muss?!
“de facto hat sich der fan als erstes falsch verhalten und nicht die polizei.”
schonmal was von verhältnissmäßigkeiten gehört? erst denken, dann reden!!!
michael
Aug 03, 2010 at 13:00
natürlich ist die polizei für den ganzen scheiß verantwortlich und schuld!!!!! in altach wird der normale polizeialltag so dermaßen unspektakulär verlaufen, dass man dann den ganzen aufgestauten frust und langeweile in verbindung mit dem sicherheitspolizei herrlich ungeniert und ohne androhung jeglicher konsequenzen auslassen kann.
AcAb
Aug 03, 2010 at 13:00
Ich bin selber fussballlfan und ich habe ähnliche situation erlebt in ried bei einem Spiel und bei einem Spiel in Linz!
ich verstehe die fans sehr wohl, den bei uns war es dasselbe, eriinnere mich zurück an das spiel ried gegen pasching in ried, ried war eine heimmacht und seit ewig ungeschlagen, ein klarer fehlpfiff brachte pasching in der nachspielzeit den sieg, und die riedfans maschierten zum gegnerischen sektor sangen parollen, und die polizisten haten nichts besseres zu tun als auf die fans loszugehen, 2 beispiel auswärtsspiel in linz, ried siegt gegen den lask feiert im gästesektor, verständlich das die auswärtsfans warten müssen, nach 1 stunde eingeschlosen wurden die fans unrühig, die polizei griff mit pfefferspray durch und ging auf die ried fans los, die abgeschirmt von den lask fans war aber trotzdem die bösen weil die lask fans mit bechern werfen?? frechheit die polizei denkt sie darf alles!
Hans
Aug 03, 2010 at 13:00
Es ist einfach nur ein schlechter Witz, dass diese Verbrechen von der Politik ignoriert werden. “Dein Freund und Helfer”
Auch in Deutschland gab es genügend solcher Fälle. Bei der Aufklärung tun sich die jeweiligen Fans oder Fangruppen allerdings sehr hart ( siehe Löwenfans gegen Rechts, kämpfen seit 2007..) da es zumindest in Deutschland immer noch keine eindeutigen Nummerierung fürs USK gibt.
Marcus
Aug 03, 2010 at 13:00
Ich finde es gut geschrieben bis auf das mit der Politik die sollte mann raus lassen! Oder werden wir hier Pateieingreifend?
Sollte dass am Fussballplatz sein? Glaub ich nicht! Also Bitte!
Pascal
Aug 03, 2010 at 13:00
Das ist einfach nur übertrieben. Da sieht man mal wieder was sich diese scheiss Politesen wieder rausnehmen. Man hätte stürmen sollen. Was wollen die gegen eine verärgerte und in die enge getriebene Meute voller Fans tun?? Habe sowas ähnliches mal in der Schweiz erlebt. Bin selber FC Zürich Fan und gehe an fast jedes Spiel. Als wir Im Cup gegen denn FC Basel auswärts mussten kesselten die Bullen uns vor dem Eingang zum Gästesektor ein. Also sogar vor dem Spiel. Sie hatten solche Autos mit Gittern vorne dran. Mit denen fuhren sie langsam immer näher zu uns. Sie dränget uns wie Tiere in die Ecke. Der Eingang zum Stadion war auch zu gemacht worden, weil einer sich gegen einen Security gewehrt hat der im an den “Sack” fassen wollte. Wir schriehen was das Zeug hielt. Die Bullen fuhren immer weiter ran. Wir wurden fast zerdrückt von der Masse. Irgendwann wurde es uns zu Bunt und wir stürmten das Stadion. Daraufhin stürmten die Politesen auf uns mit Schlagstöcken und Pfefferspray los.
Tut mir echt leid was da passiert ist. Und ich hoffe für euch das ihr solch einen Bullshit nicht nochmal erleben müsst
bastard
Aug 03, 2010 at 13:00
@ markus: du weißt aber schon, dass die politik unsere gesetzte macht? unqualifizierte aussage…
Paxton Fettel
Aug 03, 2010 at 13:00
@ bastard
wer lesen kann ist klar im vorteil!
dass die reaktion vll eine falsche war stelle ich außen weg, weil ich mir nicht anmaße etwas zu beurteilen, was ich nicht selbst gesehen habe, aber einen becher zu werfen ist nunmal falsch und damit hats begonnen, also hat der fan die ausschreitungen provoziert und nicht die polizei, dass es die polizei eventuell aufgeschaukelt hat mit der reaktion ist, wie gesagt, ne andere frage.
ich kanns nur nicht leiden wenn die fans immer den fehler bei der polizei sehen und ihre eigenen fehler immer als bagatelldelikt abtun um dann zu sagen dass die polizei überreagiert hat. die polizei hat reagiert weil man reagieren musste.
es herrscht schlichtweg ein zu starkes schwarz-weiß denken, nach der schilderung war nicht eine partei schuld sondern beide..
bastard
Aug 03, 2010 at 13:00
@ paxton: du siehst die situation so, dass 2 rivalisierende gruppen aufeinander losgegangen sind weil eine gruppe angefangen hat (der becherwurf). prinzipiell richtig, aber: die polizei ist eine staatliche einrichtung und wird von steuergeldern bezahlt. die polizei darf nur aufgrund von gesetzen handeln. die polizei darf körperliche übergriffe auf zivilisten (in diesem fall fußballfans) nur dann vornehmen wenn gefahr in verzug ist etc. willst du mir sagen, dass ein plastikbierbecher einen polizisten mit starkem schutzanzug ernsthaft gefährdet oder sogar verletzt? niemals!
es hätte wohl ausgereicht diese person anzusprechen und ihre daten aufzunehmen anstatt sich gleich raufzuwerfen (wenn die masse dann handgreiflich wird ist das natürlich was anderes).
die polizei hat in erster linie deeskalierend zu reagieren, das ist hier anscheinend nicht geschehen. ich war nicht dabei, aber ich hab oft genug situationen erlebt in denen es ähnlich zuging.
und klar sind die fußballfans nicht unschuldig, aber du musst differenzieren zwischen normalem zivilisten und polizisten!
Paxton Fettel
Aug 03, 2010 at 13:00
Dem hab ich nie widersprochen, deswegen sag ich ja dass die vorgenommene handlung scheinbar überzogen war…
ich kritisiere nur dass sich die fußballfans immer als opfer darstellen…
mag mal sehen wie sie reagieren wenn ein polizist mal was auf sie wirft, da werden sie auch nciht seelenruhig dastehen und sich das gefallen lassen.
(und kommt mir jz nicht mit “polizei darf das nicht”, denn die fans dürfen es genauso wenig)
genauso wie das ständige provozieren der polizei
acab ist da ja noch harmlos mit den dingen die da sonst teilweise kommen und polizisten sind eben menschen, daher werden sie auch so agieren wie man sie behandelt, das ist vollkommen natürlich.
darf sich ja auch keiner mit nem wunschkennzeichen mit “acab” wundern dass er permanent von der polizei aufgehalten wird, das ist seine schuld
bastard
Aug 03, 2010 at 13:00
ich muss dir aber leider wieder so kommen
klar, darf keiner die polizei bewerfen, aber es handelt auch keiner im dienst des staates.
ich versteh genau was du meinst, du hast teilweise auch recht, aber aufgrund der komplexität des themas werden wir hier (und auch sonst nicht) zu keiner “richtigen” lösung kommen.
rob
Aug 03, 2010 at 13:00
bastard , halt deine blöde schnauze du volldillo !!der fan wirft einen bierbecher und die polizei prügelt ihn krankenhaus reif und dass soll in ordnung sein du kasperl !!
auf diese seite komme ich nimma aus angst davor noch mehr deppen wie dich zu treffen !!
@marcus
Aug 03, 2010 at 13:00
finde auch, das politik nix verloren hat. dennoch zeigt es auf wie der staat mit unliebsamen personen (fussballfans, demonstranten, asylwerber, kritiker,…) umgeht und wie diese mit klischees (gewaltbereit, links/rechts, drogendealend, …) behaftet werden. dieses beispiel zeigt auch gut, wie wehrlos jeder einzelne gegen diese übergriffe ist.
das sollte eigentlich allen zu denken geben.
Günter
Aug 03, 2010 at 13:00
Möchte hier mal kurz meine Sicht der Dinge schildern. An dem Verhalten der anwesenden Exekutive gibt es gar nichts aber auch rein gar nichts schön zu reden PUNKT.
Okay sie sind auch nur Menschen aber sollten wohl darauf geschult sein ihre Kampflust in Zaum zu halten.
Da ich nun in diesem Bericht schon zitiert werde möchte ich die Geschehnisse vor Ort noch einmal kurz zusammen fassen.
Mein 8 jähriger Sohn Patrick hat mitansehen müssen wie ein Fan von der Polizei verprügelt wurde und bekam plötzlich wahnsinnige Angst.
Ich kämpfte mich mit meinem Sohn vor bis zum Ausgangstor wo ich dem Polizisten sagte das ich mit meinem Sohn raus zu unserem Auto will das genau vorm Sektor am Parkplatz stand.
Er hatte für mich und meinen weinenden sohn nur ein “gehns weg da” übrig.
Als ich ihm nochmals darauf aufmerksam machte das mein kleiner Sohn Angst habe und ich darum mit ihm raus möchte, griff er zu seinem Schlagstock und murrte nur “hau ab”
Neben diesem freundlichen Beamten sah ich dann seinen Kolegen der den Pfefferspray zückte und uns das Ding vor die Nase hielt. Ich nahm meinen Kleinen an der Hand und rannte mit ihm wieder rauf auf die Tribühne. Kurz darauf wurde der Pfefferspray abgefeuert. Mein Sohn bekam einen Hustenanfall und auch ich spürte ein leichtes brennen in den Augen aber mehr wars Gott sei dank nicht weil wir uns noch rechtzeitig von den Bussen zurück auf die Tribühne retten konnten.
Mein Sohn hatte Panik und war überhaupt nicht mehr zu beruhigen. Von oben sah ich eine Türe die neben den 3 Dixis zum Parkplatz führte die von einem Ordner bewacht wurde. Ich rannte mit meinem Sohn runter und bat den Ordner uns rauszulassen.
Erst sagte er nur das er das nicht darf, aber als er meinen Sohn sah sperrte er uns dann die Türe Gott sei dank doch auf und ließ uns raus.
Da aber zwei Mitfahrer von uns immer noch “eingesperrt” waren mußten wir noch etwa 30 Minuten auf dem Parkplatz warten, bis auch diese “freigelassen” wurden.
Wie soll ich nach so einem Vorfall nun meinem Sohn wieder klar machen, daß er nach wie vor keine Angst vor Polizisten haben muß und er sich an sie wenden kann wenn er Hilfe braucht???
bastard
Aug 04, 2010 at 13:00
@ rob: hättest du meinen ersten artikel gelesen würdest du dich nicht so kindisch benehmen.
@ günter: das mit deinem sohn tut mir leid, solchen aktionen gilt es einhalt zu gebieten.
Triss
Aug 04, 2010 at 13:00
Gab es keine Videoaufzeichnungen die danach ausgewertet werden konnten??
Andreas Lindinger
Aug 04, 2010 at 13:00
@Triss: Zumindest von meiner Seite leider nicht, da ich in diesem Moment nicht mit einer solchen Eskalation gerechnet hätte. Mir ist auch bislang keine Videoaufnahme von jemand anderem bekannt.
@Günter: Vielen Dank für die ausführlichere Schilderung deines Erlebnisses, es ist wichtig wenn sich zahlreiche Augenzeugen zu Wort melden!
@marcus: Der politische Seitenhieb kommt daher, dass ich die Causa in bestimmten Punkten in Verbindung zu anderen politischen/gesellschaftlichen Punkten sehe und dass es sich hier in erster Linie um einen Politikblog handelt. Dennoch bin ich natürlich grundsätzlich einer Meinung mit dir, dass Politik im Stadion und vor allem in der Kurve wenig verloren hat.
Robin
Aug 05, 2010 at 13:00
Zum Punkt Politik muss ich zumindest den Lindinger unterstützen, obwohl seine politische Färbung absolut nicht die meine ist!
Man sollte die Polizei in Österreich nicht Pauschal verurteilen. Da gibt es viele, wenn nicht die meisten, die ihren Job perfekt machen. Die Menschen, Hilfe, Dienstleistung, Ordnung als Vordergrund sehen. Trotzdem spiegelt natürlich auch die Polizei unsere Gesellschaft wider. Da gibt es natürlich auch Personal, dass nur einfache plumpe Antworten auf Probleme kennt. Da gibt es natürlich auch Personal, dass einen geringeren Intelligenzquotienten hat, das selber schlechte Erziehung und keinerlei Anstand hat. Da gibt es auch Personal, dass Verfehlungen macht, ja sogar Gesetzesbrüche. So ist unsere Gesellschaft, no body is perfekt. Es liegt aber an der Führung, Verfehlungen aufzuzeigen und Abläufe zu optimieren.
Es ist manchmal leider Systematisch wie einzelne Polizeigruppen agieren und das liegt mit Sicherheit an deren Führungskräften. Sehen und vergleichen wir es einmal mit Fußball. Im Regelbuch steht, dass beim Torjubel Zaunhochklettern verpflichtend eine gelbe Karte zu geben ist. Das ist Fakt und der Trainer wird dem Oliver ermahnen dies das nächste mal zu tun. Tut er es wieder, wird er Probleme bekommen, außerdem kann er ohnedies nicht spielen weil er gesperrt wird.
Nun war es auch offensichtlich, dass die Polizeiorgane mit unverhältnismäßigem Einsatz agiert haben. Was wird in der Praxis passieren? Der verantwortliche Führungskollege wird in seinem Bericht Schauergeschichten erfinden um die Pfeffersprayattacke zu rechtfertigen. Er wird die Täter schützen und die Gruppe wird sich gegenseitig noch zusätzlich motivieren mit dem Hintergrund es „denen“ ordentlich gezeigt zu haben wie es läuft im Ländle. Wer prägt solche Verfahrensweisen, wer bildet so ein Milieu der Aggressivität? Natürlich gibt es Verantwortlichkeiten und die sind dann natürlich in der Politik zu finden. Dort gibt es einen HC, der nichts als nur Hetze kennt, dort gibt es eine Schottermitzi, die ihr Handwerk eben im Schotterbereich gelernt hat und nichts anderes kennt. Diese Leute kennen keine Verhältnismäßigkeiten und fahren bei allem was sie tun mit dem Hammer drüber und ohne links und rechts zu schauen. Es fällt aber auch auf, dass deren letzte Vorgänger (auch anderer politischen Farben) kaum besser auffielen.
Konkret kann ich für die Zukunft nur raten, dass sich die Fans mit ihrer Handycam vertraut machen sollten. Leute in unmittelbarer Nähe zum Tatort sollten das aber lassen. Die Täter würden ansonsten gerade auch gegen mögliche Beweissammler vorgehen.
austria-fan
Aug 05, 2010 at 13:00
ad paxton: deine begründung lautet also: wir austria fans sind selber schuld daran das die polizei in vorarlberg uns als tiere behandelt und unkontrolliert mit pfefferspray in der gegend herumsprüht, weil ein paar idioten bei uns irgendwann irgendwo etwas angestellt haben? auge um auge also? interessante grundhaltung.
ad andreas:
danke für die faire berichterstattung. ich habe es nämlich schön langsam satt immer als anhänger eines hooligan-vereins zu gelten. es gab und gibt bei uns probleme mit der einstellung zu gewalt. aber das ist eine minderheit. wir dürfen das nicht ignorieren aber die mehrheit von uns geht auf den platz um unsere austria zu sehen. kleiner tipp für alle fans für das nächste spiel: red bull ist mir persönlich sowas von egal. ich hab nichts gegen diesen verein und auch nichts gegen dessen anhänger. ich bin FÜR meine Austria. Forza viola.
Nachtfalter
Aug 05, 2010 at 13:00
Ich möchte auch nicht unsere gesamte Exekutive in Österreich verurteilen, es geht ja nur um die kleine Minderheit hinter dem Arlberg oder besser gesagt jene 50 Stück die für das Spiel ihr Hirn in der Wachstube vergessen haben und da muss ich “bastard” recht geben, dass die Verhältnismäßigkeit wie die Polizei reagiert hat völlig überzogen war und außer jeder Frage steht. Möchte wissen was ein Richter sagen würde wenn mir ein geistig Verwirrter mit der Faust droht und ich mich mit einer Pistole wehre und ihn erschieße?!
Übertriebenes Beispiel, aber soll den Medien bzw. der zweifelnden Mehrheit einmal zum nachdenken erregen, um die Sicht der Fans ein bisschen zu verstehen…
Günter
Aug 05, 2010 at 13:00
Im Grunde genommen stehen hier zwei Gruppen gegenüber.
Auf der einen Seite der Fußballfan (egal welchen Vereins)
Auf der anderen Seite die Exekutive.
Sinngemäß lese ich hier aus diversen Kommentaren heraus, das auch Exekutivbeamte nur Menschen sind mit Problemen und menschlichen Emmotionen etc……
Man dürfte aber dennoch annehmen, dass diese Herrschaften im Dienste der Bevölkerung stehen und auch von dieser ihr Gehalt beziehen und für diverse schwierige Situationen geschult und aussortiert wurden.
Das sich ein angeheiterter oder von mir aus auch besoffener Fußballfan in diesem Zustand daneben benehmen kann (nicht das ich so ein Verhalten beführworten würde, es ist auch mir gerade weil ich immer mit meinem Sohn am Platz bin, zu tiefst zuwieder), sollte selbstverständlich in eine deeskalierende Handlung diverser Staatsbediensteter mit einfließen. So nach dem Prinzip zwar nicht alles gefallen lassen, aber dennoch der Gescheitere gibt nach.
Was bleibt ist einfach die Erkenntnis, dass der Fußballfan hier wieder verantwortlich gemacht wird und sich die Exekutive einen schönen Nachmittag gemacht hat.
Überall wird wieder zu lesen sein “Polizeieinsatz nach Austria Salzburg Spiel” und kein Außenstehender wird nur annähernd davon ausgehen die Schuld NICHT beim Fußballfan zu suchen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Warum wird auch hier von diversen Leuten die Exekutive in Schutz genommen?
Vielleicht darum weil der Großteil der Polizei doch ganz okay ist?
Genauso wie der Großteil der Fußballfans. Diese werden jedoch immer nach den Handlungen einzelner Personen pauschal verurteilt.
Wenn sich einige wenige Fans daneben benehmen ist das gleich eine “Randale Schlagzeile”
wert.
Wenn sich die Polizei daneben benimmt wird entweder der Einsatz tot geschwiegen oder einfach die Wahrheit verdreht.
Ich bin 39 Jahre und habe hier auch schon beide Seiten gesehen.
Ich war in der Bundesliga sowohl im Sicherheitsbereich als auch schon in der Fanbetreuung im Einsatz und habe so etwas in dieser Form noch nie erlebt. Vielleicht auch weil ich hier ein Stückweit selbst davon betroffen war.
Mir kommt echt das kotzen wenn ich nach so einem Vorfall diverse Presseberichte oder auch Internetkommentare lese.
Höchster Funktionär
Aug 05, 2010 at 13:00
Liebe Austria-Fans
Ich habe mit Interesse eure Meldungen zum Altach-Spiel gelesen. Da ich nicht dabei war, möchte ich auch nicht Stellung zur Schuldfrage oder Verhältnismäßigkeit nehmen.
Ich habe eigentlich nur eine Frage an euch: Wie soll sich unser Verein verhalten, der ein Stadion ohne Zäune und keine doppelte Infrastruktur für Sanitäranlagen und Bewirtung hat. Wir wurden von Funktionären der Austria und der Salzburger Polizei besucht (was ich für super gefunden habe) und aufgeklärt, was wir am Platz alles veranlassen sollten. Wenn wir uns nicht daran halten, sind wir selber schuld, wir wurden ja informiert. Wir würden uns auf Austriafans freuen, die emotional ihre Mannschaft unterstützen, die aber auch wissen, wann Grenzen überschritten (auch sprachliche wie in diesem Blog) werden. Wir finden es weder wirtschaftlich und schon gar nicht sportlich erfreulich, wenn uns angeraten wird, auf unser Heimrecht zu verzichten und das Spiel in Altach auszutragen.
Mit sportlichen Grüßen
Andreas Lindinger
Aug 05, 2010 at 13:00
Lieber Funktionär des FC Höchst,
Zuerst einmal würde ich mir keine zu großen Sorgen machen. In den vergangenen vier Jahren gab es rd. 50-60 Auswärts-Pflichtspiele, bei denen zwei oder drei Spiele mit negativen Vorkommnissen rd. 55 Auswärtsspielen ohne nennenswerte Probleme gegenüberstehen.
Auch in Altach wäre nichts passiert, wenn der Ausgang des Auswärtssektors einfach nach Spielende geöffnet gewesen wäre, anstatt dass die Polizei die Fans einsperrt und die oben beschriebenen Fehler begeht. Und die zwei, drei Löcher im Fangnetz wird Altach aus den von mir mal grob geschätzten 5.000 Euro Mehreinnahmen denke ich bezahlen können.
Ich denke das wichtigste ist es, die mediale Panikmache, die seit wenigen Wochen vor allem in Tirol, aber zum Teil auch in Vorarlberg betrieben wird, zurechtzurücken, da dies sicherlich einen positiven psychologischen Effekt sowohl auf die Fans als auch auf die Exekutive hat. Wenn die Exekutive dann auch noch weniger präsent und provokant als in Altach auftritt, sind negative Vorkommnisse sicherlich deutlich unwahrscheinlicher.
Bzgl. Gastronomie und Sanitäranlagen haben zahlreiche Salzburger Unterhausvereine diese Anforderung bewältigt und ihren Teil zu gelungenen Fußballfesten beigetragen, ich denke das sollte auch für jeden Regionalligisten zu schaffen sein. Und wenn ich an die Anforderungen denke, die die Stadt Salzburg an den Verein stellt, dann frage ich mich ohnedies wie der Auswärtssektor in Altach überhaupt eine Genehmigung bekommen hat.
Darüber hinaus denke ich, dass sich die nächsten Auswärtsfahrten nach Vorarlberg weniger Fans geben werden, da das erste Spiel außerhalb Salzburgs nach fünf Jahren einfach für viele Fans etwas Besonderes war. Darüber hinaus ist wohl für die meisten Fans die Fahrt nach Bregenz die attraktivste der ausstehenden Vorarlberg-Auswärtsfahrten.
Dieser Standpunkt stellt jedoch meine persönliche Meinung dar, die offizielle Haltung von Vereinsseite ist mir nicht bekannt, sollte jedoch bei den Besprechungen zwischen den Vereinen ohnedies kommuniziert werden. Ich bin jedenfalls zuversichtlich und würde mich jedenfalls freuen, wenn die Austria und ihre Fans beim FC Höchst für ein unbeschwertes, violettes Fußballfest sorgen würden.
Andy
Aug 06, 2010 at 13:00
Schon komisch dass Herr Lindinger nicht die Steine gesehen hat, welche auf die Polizisten (ohne Helm) zuflogen.
Weiters finde ich es bedenklich, dass sich Familien mit Kindern (8 Jahre!!!) in einen Fansekter stellen, statt sich Sitzplatzkarten zu kaufen, wenn die Fans eher für ihr gewaltbereits Auftreten bekannt sind! Ich selbst saß mit meinem Sohn auf der Tribüne und hatte keine Probleme!
Ein weiteres Beispiel für die “braven” Salzburfans: Vor dem Spiel bekam ich auf dem Parkplatz mit, wie Salzburgfans die ankommenden Altach-Spieler mit Bierflaschen bewarfen!!! Soviel zum Thema ohne Polizei wäre es ein schöner Fußballnachmittag geworden…
Bin froh, dass die Polizei da war, da so die verantwortlichen an den Schäden der parkenden PKW’s nahmhaft gemacht werden konnten.
Günter
Aug 06, 2010 at 13:00
Hat eigentlich lange gedauert bist der erste mit “8 jährige gehören nicht in den Fansektor” kommt.
@Andy
Dann kaufe dir weiter Sitzplatzkarten und setz dich mit deinem Sohn weiterhin auf die Tribühne. Ich werde jedenfalls weiterhin mit meinem Sohn im Fansektor stehen. Wäre ja noch schöner…….
Achja und eines kannst du mir glauben wir sind nun seit 3 Jahren bei jedem Heim und auch bei jedem Auswärtsspiel dabei und es geht bei Gott keine Gefahr für Kinder aus wenns im Fansektor mit dabei sind.
Andreas Lindinger
Aug 06, 2010 at 13:00
@Andy: Meine Schilderungen beziehen sich darauf, was ich selbst gesehen habe bzw. was mir nach unserer Flucht aus verlässlichen Quellen mitgeteilt wurde. Von Steinen war weder in den Medien noch im Polizeibericht die Rede, daher kann ich dazu nichts sagen, außer dass mir diesbezüglich nichts bekannt wäre.
Dass man mit seinem Sohn in den Fansektor geht, sehe ich sehr positiv, da viele von uns auch selbst so zu Fans geworden sind! Normalerweise sollte auch nichts passieren.
Andy
Aug 31, 2010 at 13:00
Und wieder einmal waren die Salzburger zu Gast. Diesmal in Bregenz.
Hier einige interessante Details zu den ach so braven Salzburg-Fans.
Ihre Hetze gegen die Polizei klingt angesichts der neuesten Infos geradezu lächerlich, Herr LINDINGER!
Siehe: http://www.localxxl.com/at/lokal_nachrichten/salzburg/aichstetten-salzburger-fussball-fans-randalieren-auf-autobahnraststaette-1283167357-ftr/