Heute, am Vortag des Tages der Arbeit, wird der Tag der Arbeitslosigkeit begangen. Dieser Tag ist inmitten der Wirtschaftskrise leider wichtiger denn je. Dass Europa den fragilen Aufschwung mit einem rigiden Sparkurs abgewürgt hat, wurde hier im Blog bereits erwähnt.
Dass die hohen Arbeitslosenraten als sicherlich negativste und gefährlichste Begleiterscheinung der Wirtschaftskrise dadurch in vielen Ländern Europas weiter angestiegen sind, stellte gestern die Internationale Arbeitsorganisation ILO treffend fest:
Strenge Austeritätsprogramme und Arbeitsmarktreformen hätten verheerende Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Darüber hinaus haben sie beim Ziel der Verringerung der staatlichen Defizite weitestgehend versagt, so die ILO. Gerade in der Eurozone könnten sie sogar zu einer neuerlichen Rezession führen.
Zwei wesentliche Folgen dieser Entwicklung, nämliche die wachsende soziale Ungleichheit und der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit, verdienen besondere Beachtung. Denn während Österreich in Bezug auf die Arbeitslosigkeit halbwegs glimpflich durch die Krise schlittert, ist die Jugendarbeitslosigkeit in vier von fünf Industrieländern und zwei von drei Entwicklungsländern angestiegen!
Und insbesondere in Ländern wie Spanien und Griechenland steht eine ganze Generation junger Menschen vor einer ungewissen Zukunft: Rund 50% Jugendarbeitslosigkeit bedeuten dort, dass ein Großteil dieser jungen Menschen den Berufseinstieg nicht schafft, sich keine eigene Existenz aufbauen kann, tagtäglich vor finanziellen Problemen steht, sich vielleicht keine Behandlung von Krankheiten leisten kann, oftmals seine Stellung in der Gesellschaft nicht findet und von einer finanziell abgesicherten Zukunft nur träumen kann.
40% der Arbeitslosen in Industrieländern suchen übrigens bereits seit mehr als einem Jahr eine Arbeit, darunter auch viele junge Menschen, die mit jedem weiteren Tag einer so langen Suche immer mehr ihrer Perspektive beraubt werden. Die vielen weiteren jungen Menschen, die zwar nicht arbeitslos sind, aber mit prekären, unterbezahlten Jobs gerade mal das Auslangen findet, nicht zu vergessen. Auch hierzulande steigt die Anzahl der Working Poor, also jener Menschen, die trotz Arbeit sich und ihre Familie nicht ernähren können, weiter an.
Der Ausweg aus dieser globalen Arbeitsmarktkrise ist jedenfalls nicht leicht zu finden: Laut ILO könnte ein Mix aus höheren öffentlichen Investitionen und begleitenden Sozialausgaben innerhalb eines Jahres in den Industrieländern 2,1 Mio. neue Jobs schaffen. Dass diese vor allem auch sinnvoll und zukunftsfähig sein können, macht Oberösterreich mit seinem Green Jobs Programm vor: 41.000 Menschen arbeiten hierzulande bereits in Green Jobs, bis 2015 sollen es 50.000 sein!
