
…bzw. lieber Dieter Gremel, der du mir heute Abend bezüglich der Aktion “Grüne Vorwahlen” im Namen des Landesgeschäftsführers eine E-Mail mit folgender Bitte geschickt hast:
“Es ist klar, dass wir neue Menschen brauchen, um uns entwickeln zu können. Daher betrachten wir jede und jeden Einzelnen, der zu den Grünen stoßen will, als Chance. Gleichzeitig wissen wir, dass eine Partei, die ein hohes Maß an interner Demokratie versucht, auch die Bereitschaft von Allen braucht sich daran zu beteiligen. Es hat in Österreich, gerade auch in der jüngeren Vergangenheit, schon mehrere Versuche gegeben eine Partei ohne Menschen zu entwerfen. Dabei hat sich herausgestellt, dass Geld, bekannte Gesichter und ein Programm nicht reichen.
Aus Ihrem Ansuchen, UnterstützerIn der Grünen zu werden, konnten wir diese uns wichtige Bereitschaft nicht herauslesen. Das kann unserer Vermutung nach auch daran liegen, dass die Idee der Grünen Vorwahlen eine andere war und Sie sich dieser Frage deshalb noch gar nicht gestellt haben.
Daher ersuchen wir Sie, uns in einem kurzen Antwortschreiben zu erklären, wie weit sie sich eine Beteiligung an den Wiener Grünen vorstellen können. Der dazugehörige Text aus den Statuten lautet:
5.7.1 Wer der Landespartei gegenüber erklärt, dass sie/er sich mit den Grundsätzen und dem Programm der GRÜNEN - GRÜNE ALTERNATIVE WIEN einverstanden erklärt und bei der Partei mitarbeiten und mitentscheiden will, ohne Parteimitglied zu sein, erwirbt mit Aufnahme durch den Landesvorstand den Status einer Unterstützerin/eines Unterstützers.”
Gerne komme ich dieser Aufforderung nach und erledige dies am besten direkt hier im Blog, um mein Bedürfnis nach mehr politischer Transparenz - wie sie auch die Grünen Vorwahlen bringen würden - zu unterstreichen. Wie die folgenden Ausführungen zeigen werden, hätte ein kurzer Abstecher hierher dies wohl überflüssig gemacht, was einmal mehr den leider unprofessionellen Umgang von Teilen der Wiener Grünen mit den Grünen Vorwahlen, den potenziellen UnterstützerInnen und der grünen Web 2.0-Community unterstreicht.
Nachdem oben zitierter Punkt 5.7.1 ohnedies auf dem von mir ausgefüllten Registrierungsformular gestanden ist, hätte es keiner neuerlichen Erwähnung gebraucht, da ich mir - so wie wohl die meisten, die sich mit den Grünen Vorwahlen beschäftigt und sich infolgedessen registriert haben - dessen bewusst bin, dass zu einem politischen Bekenntnis auch ein persönlicher Beitrag gehört - sei es auf der Straße, im eigenen Blog, im persönlichen Gespräch mit Freunden oder mittels eines anderen Kanals oder Mediums. Dass es mir also bei den Grünen Vorwahlen nicht um ein simples einmaliges Abstimmen, sondern um eine Chance auf Mitbestimmung, Kommunikation, Interaktion und Vertrauenswiederherstellung der WählerInnen in die Grüne Partei geht, habe ich unter anderem auch in meinem ersten Blogpost zur Aktion dargelegt:
“In einem transparenten, breiten und sowohl online als auch offline stattfindenden Vorwahlprozess können die Kandidaten dabei in den kommenden Monaten sich und ihre Ideen vorstellen sowie mit den Bürgern in Kontakt treten. Gerade Letzteres bietet im Sinne einer neuen Form der politischen Kommunikation die Chance durch kontinuierliche Interaktion und Vernetzung zwischen Politik und Gesellschaft die politische Partizipation der Bürger zu fördern und das Vertrauen in die Politik und die Politiker wiederherzustellen.”
Sollte diese Haltung zum UnterstützerInnenstatus nicht ausreichen, so sollte das Themenspektrum meines Blogs meine grünen Interessen - die ich unter anderem auf diesem Weg unter die Menschen bringe - zusätzlich unterstreichen: Energie, Nachhaltigkeit und Diversity sind dabei nur drei der Kategorien, in denen ich unter anderem mit Artikeln über CCS, Photovolatik, Windkraft, Entwicklungspolitik, Rassimus, Integration oder Genderpolitik durchaus grüne Themen behandle. Da eigentlich eine wenige Minuten dauernde Recherche anhand der am VorwählerInnen-Formular angegebenen E-Mail-Adresse den Weg zu meinen Aktivitäten hier im Blog sowie auf Facebook, Twitter & Co. zeigen und so einen umfassenden Eindruck vermitteln sollte, möchte ich neben der vielzitierten “Gesinnungsprüfung” gerne noch weitere Argumente bringen:
Sollte vor allem noch Bedarf an Belegen für aktive Arbeit im Sinne der grünen Politik bestehen, so verweise ich beispielhaft auf einen erst kürzlich von mir erstellten Videobericht einer grünen Veranstaltung oder auf mein Engagement im Zuge der bevorstehenden oberösterreichischen Landtagswahlen, das ich im Herbst sicher noch verstärken werde, da mir dies als gebürtiger Oberösterreicher und Mitglied (!) der oberösterreichischen Grünen natürlich ein besonderes Anliegen ist. Man/frau kann also davon ausgehen, dass jemand, der Haimbuchner verhindern und den grünen Erfolgskurs im Energiewendeland Oberösterreich fortsetzen will, auch in irgendeiner Form seinen Beitrag zum Verhindern eines Bürgermeisters Strache und zum Fördern eines weiteren Ergrünens Wiens leisten wird.
Sollte wider meines persönlichen Erwartens auch dies nicht reichen, dann würde ich mich natürlich auch über ein persönliches Gespräch immer freuen. Erst Vorgestern hätten wir bei der Grünen EU-Wahlparty ja eine gute Gelegenheit dazu gehabt, da ich dort unter anderem mit einigen grünen BezirksfunktionärInnen interessante und auch kontroverse Gespräche über die Positionen der FunktionärInnen sowie der VorwählerInnen geführt habe.
In diesem Sinne freue ich mich auf eine hoffentlich positive Antwort und verbleibe mit besten Grüßen,
Andreas Lindinger
P.S.: Erste sehr gelungene und pointierte Blog-Reaktionen gibts bei den Grünen Vorwahlen, Rigardi, TheFlowersAreGone und Franz Joseph.
Update 1: Heute Abend erhielt ich eine Rückmeldung von Dieter Gremel, der darin Verständnis für meine Enttäuschung fand. Mein Antrag wird - ebenso wie alle weiteren noch offenen Anträge - bei der nächsten Sitzung des Landesvorstands am 15. Juni behandelt. Bis dahin bleibe ich zuversichtlich.
Update 2: Am 24. Juni habe ich eine positive Antwort der Wiener Grünen über die Aufnahme als Grüner Unterstützer erhalten. Ich freue mich über diese erhoffte Antwort und darauf, nun meine Ideen auch in Wien verstärkt einbringen zu können! Insbesondere freue ich mich auch, dass ich in den letzten drei Wochen trotz einiger nachvollziehbarer kritischer Rückmeldungen überwiegend positive Reaktionen auf diesen Offenen Brief erhalten habe und damit auch einige Menschen zum Verfassen ähnlicher Offener Briefe anregen konnte. Ich bin zuversichtlich, dass die Wiener Grünen nach den turbulenten und sicherlich nicht zufriedenstellenden letzten Wochen nun gemeinsam mit den zahlreichen neuen UnterstützerInnen und der Initiative “Grüne Vorwahlen” in einen spannenden “Vorwahlherbst” gehen können! Ich bin dabei - ich hoffe ihr auch!
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Immer diese Verschwörungstheorien. Ist doch offensichtlich: Du willst in Oberösterreich und in Wien mitstimmen. Das darf natürlich nicht sein.
Klasse argumentiert. Freu mich schon auf die Antwort.
Hallo Andreas,
ich weiß nicht ob ich es schaffen würde (werde?), so freundlich zu bleiben, wie es Dir gelingt. Wenn ich an Deiner Stelle wäre. Verrätst Du mir bitte Deinen Dealer?
Gratulation zur höflichen Antwort.
Aber dass es eine (telepathische) Gesinnungsprüfung durch Grüne gibt, und die dann auch noch genauso übel durchgeführt wird, wie von vielen eigenartigen Organisationen extremer Ausprägung praktiziert wird (welche angemieteten studentischen Schnüffel-Aushilfen waren da wohl am Werk?), das macht dann doch betroffen.
Langsam überkommen mich Zweifel, ob ich eine solche Partei wirklich unterstützen will.
Aber wen dann?
Ich fühle mich so müde.
Danke Heinz! Gerade die Ereignisse der letzten Wochen (Kent & Co) und die Gespräche bei der EU-Wahlparty am Sonntag haben einmal mehr gezeigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit und Aufeinanderzugehen am besten in persönlichen Gesprächen notwendig sein wird - vor allem auch dann während der eigentlichen Vorwahlen im Sommer/Herbst. Aus diesem Grund wollte ich auch kein weiteres Öl ins Feuer gießen, auch wenn meine erste Gefühlslage dies natürlich begünstigt hätte.
lieber Andreas,
ich kann nur sagen:
Hut ab vor Deiner Geduld, Deinem Engagement und Deinem Langmut.
Mehr jetzt darüber zu schreiben, was ich mir zur gewählten Vorgangsweise denke, verbietet mir politische Klugheit, um in internen Debatten noch manches zu verändern.
mit dankbaren Grüssen
Christoph Chorherr
Andreas, sehr gut formuliert, ich bewundere deine Ruhe! Bin gespannt ob da vor dem langen Wochenende noch eine Antwort kommt.
Du warst doch auch gestern im ZIB2-beitrag bei der Aufnahme von der EU-Wahlparty zu sehen, oder?
Ja, genau, war in der Beitragsankündigung im ZIB2-Intro beim Rundschwenk kurz im Bild.
Hey Andi,
auch von mir Bewunderung für diese freundliche Antwort. Hätte ich wohl nicht zustande gebracht.
Aufgrund der vielen, vielen Gesprächen mit dir, kann ich den Grünen nur raten sich auf Unterstützerinnen wie dich zu freuen - und davon auch zu profitieren. Bin mir sicher, dass du bald auch eine Bestätigung deines Status als Unterstützer erhältst … alles andere würde mich dann doch sehr wundern.
lg, Mig
ps. Generell würde ich mir, als Beobachter der Grünen Vorwahlen, von den Grünen ja wünschen, dass sie ALLE UnterstützerInnen aufnehmen. Das bisserl mehr an Demokratie, welches durch die UnterstützerInnen bei der Listenerstellung in die Partei getragen wird, wird nicht schaden.
Meine größte Hochachtung! Ich würde weniger gefasst reagieren… Weiter so!
Ich halte das ganze ja für einen epic google fail: Wer dich googelt, findet deine .net Domain und Dinge wie Deloitte, Pfizer, financial consultant etc, nicht aber das Blog hier. Da hatten sie wohl Angst, sie könnten vom Kapital unterwandert werden
Erschreckend eigentlich.
Der Terminus “Andreas Lindinger” führt als zweites Ergebnis auf diese Seite hier. Die “Gewissensprüfung” ist nicht nur äusserst fragwürdig, sondern offenbar auch dilettantisch durchgeführt.
Seltsam, bei mir definitiv nicht: Erster Treffer für die .at Domain bei mir erst auf Seite 2. Ist ja auch egal, das Ergebnis ist jedenfalls traurig. Schon der Reflex “Einer aus der Wirtschaft, da fragen wir doch lieber nochmal nach” wäre grober Unfug - und würde sehr anschaulich bestätigen, dass es sich eben doch um einen klassischen Gesinnungscheck handelt. Sehr unglückliche Aktion, wie mans dreht und wendet…
Alles klar: du hast Recht bei google.at, ich bei google.com
Das macht allerdings einen Fehler tatsächlich unwahrscheinlicher. Trotzdem sollte man mal abwarten und in der Zwischenzeit Ruhe bewahren. Durch die (bewundernswert) sachliche Antwort hier sollte sich die Affäre eigentlich eh erledigt haben…
Gerade in deinem Fall verstehe ich die Grünen nun wirklicht nicht! Respekt, dass du derart sachlich und fair geblieben ist! Anlässlich der EU-Wahlklatsche habe ich in Bezug auf das Grünen Vorwahlen-Desaster geschrieben:
Mh, in deiner und manch anderer Situation passender denn je… Die Grünen schaffen es wirklich, sich schrittweise immer mehr selbst zu “verkleinern”.
“Man/frau” (Wenn schon, dann Mann/frau, obwohl es das Wort “frau” kleingeschrieben nicht gibt.)
“UnterstützerInnenstatus” auch ein Schmankerl !
“Wer….., dass er/sie” “wer” mit “sie” zu referenzieren, ist wohl unschlagbar.
Bei diesen sprachlichen Genderverbrechen, die nur mehr lächerlich sind, ist der Inhalt garnicht mehr wichtig, man sollte die Grünen und Gesinnungsgenossen nur mehr in geschützten Werkstätten agieren lassen !
Der Strache hat es definitiv zu einfach.
Denki du spricht mir aus der Seele!!! Dieses übertreibende Gender geht mir auch gewaltig auf die nerven!
Ich bin ausnahmsweise einer, der deine Gefasstheit NICHT bewundert. Es gibt Zeitpunkte, da sollte man ruhig mal aufdrehen. Wenn man als grünes Mitglied und Öko-Blogger zu einer “Gewissensprüfung” gebeten wird, obwohl man denselben Wisch ausgefüllt hat wie alle anderen angenommenen, ist dieser Punkt für mich erreicht.
Interessant, dass ausgerechnet jetzt (auf dieser Seite offenbar ausschließlich) Männer die basisdemokratische Mitbestimmung der Listen fordern. Nach Jahrzehnten ist euch das gerade eingefallen, bravo! Hoffentlich seid ihr sonst beim Denken ein bisschen schneller.
Vielleicht noch ein paar Tipps zum Vokabular. Es gibt da ein paar Seiten, da könnt ihr euch noch Anregungen holen: “Genderwahn” und “Genderverbrechen” klingt auch schon ein bisschen abgeschmackt, vielleicht findet ihr ein paar neue Anregungen bei Karlheinz Klement, der Jungen Freiheit und Andreas Mölzer, die waren Euch da ein bisschen voraus.
http://www.genderwahn.com/forum/phpbb3/viewtopic.php?f=38&t=3475&view=next
http://www.khklement.at/content/view/227/47/
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M528b6344f09.0.html
http://andreasmoelzer.wordpress.com/2009/03/20/gender-wahnsinn-eu/
ansonsten kann ich nur sagen, dass mich als grün-wählerin dieses beleidigte machogehabe von ein paar wenigen schreihälsen unglaublich ankotzt.
Es ist ein Machogehabe, wenn wir fordern, sich weniger auf das Binnen-I zu konzentrieren, anstatt wirklich wichtige Themen zur Gleichberechtigung einzufordern?
Sei es, dass die Frauen endlich gleich viel verdienen sollten wie Männer, dass die ungemein wichtige Erziehungsarbeit von Müttern honoriert wird, dass wir Männer/Väter mehr und öfter in Karenz gehen sollten? (um nur wenige Beispiele zu nennen)
Wenn ich als (baldiger) Vater gerne in Karenz gehe, mit einer Frau verheiratet bin, die weit mehr verdient als ich, ohne dass dies zu Beziehungsproblemen führt (Soll ja immer noch vorkommen), der Gleichberechtigung nicht nur fordert, sondern auch lebt, ein Macho bin, dann soll es so sein.
Und das nur wegen eines Binnen-Is, dessen Akzeptanz signifikant mit den Forderungen danach sinkt… weil’s schlicht und einfach eine Verhunzung des Deutschen ist und die Wichtigkeit der Sache an sich stark schwächt. Deutsch ist schöner, als so manche meinen… aber das ist ein anderes Thema…
Wie wär’s, wenn wir um mehr Akzeptanz auf gesellschaftlicher wie auch politischer Ebene in den von mir angesprochenen Themen kämpfen?
Übrigens, Mademoiselle (Madame?), in meinem weiblichen Freundes- und Bekanntenkreis hat das Binnen-I die gleiche miese Reputation wie unter uns “Machos”, “Silberrücken”, oder wie auch immer Sie uns titulieren wollen. Diese Frauen sind hochintelligent mit sehr starker Persönlichkeit und so emanzipiert, dass sie so manchem machoesken Gehabe (ich gebe zu, auch mir rutscht das mal aus) mit Humor und starker Rhetorik Paroli bieten.
Interessanterweise bildet sich in solchen Runden eine Lockerheit und ein respektvoller Umgang miteinander und null Verbissenheit kommt zum Tragen.
Diese Verbissenheit lese ich jedenfalls aus Ihrem Kommentar, ohne Ihnen unterstellen zu wollen, allgemein verbissen zu sein. Ihr Kommentar jedenfalls wirkt so.
kotzt du hier gerade menschen an, die nachweislich quoten für frauen in führungspositionen fordern, gleichberechtigung auf allen ebenen wollen und sich zum teil sogar bemühen gendergerecht zu schreiben, weil sie männer sind? oder hältst du nur die paar die in der mitte rumrülpsen für teil dieser initiative - gar für einen repräsentativen?
wir können ja nichts dafür, dass frauen sich im internet und allgemein politisch erfahrungsgemäß weniger engagieren und demnach natürlich auch hier unterrepräsentiert sind. ich wünschte es wäre anders. und du kannst ja gerne mitmachen.
denk mal ein bisschen nach, in welche richtung du deinen sexismuskampf führst. du wirst hier nämlich beim besten willen nicht viele feinde finden.
Es gibt einfach zuviele Spinner, die zuviel Zeit haben bzw die sich zu wichtig nehmen(Stichwort weiblicher Rathausmann, gendergerechte Gehsteige etc). Nobody cares about such nonsense! Damit gewinnt man keine Stimme!
Nochwas zu Vorwahlen: Na klar löst das keinen Beifall von den Korbeis dieser Welt aus. Es geht schließlich um deren Job, dh deren Gehalt als Landtagsabg, Bundesrat oder Nationalrat.
herr subfraut, du als mann, der sich seiner männlichkeit sicher ist, hochintelligent mit sehr starker Persönlichkeit, emanzipiert, mit Humor und starker Rhetorik, müsstest aber eigentlich ein binnen-I locker wegstecken, oder?
*lol* Gitti… Ich hab noch beim Verfassen meines Kommentars gewusst, dass ich von dir was hören/lesen werde.. das Gender-Thema kannst du nicht verpassen…
Bin ein bisserl irritiert… ich habe nicht von mir gesprochen, sondern von mir Bekannten Frauen… oder kann ich das als Kompliment auffassen?
In dem Fall: Merci Beaucoup und kann ich natürlich nur zurückgeben…
zum Thema: wegstecken… hm.. ja natürlich kann ich das wegstecken… es ist nur mittlerweile sehr nervtötend geworden, Binnen-I durchsetzte Texte lesen zu müssen, in denen teilweise völlig unnötig Worte gegendert werden.
Oder dass man mir unterstellt, ich wäre frauenfeindlich, weil ich es wage, das Binnen-I nicht zu verwenden… Ich verwende es ja nicht absichtlich nicht…
Ich versuche, den Wünschen vieler Frauen durchaus nachzukommen, und das Binnen-I zu verwenden, aber nur da, wo ich es für sinnvoll erachte… und wenn man (genderfrei!) dann mit solch unverfrorener Verbissenheit konfrontiert wird bei pingelig wichtig gemachten Lapalien (Nein, das Doppel-P kommt da nicht hin!), wo es wichtigere Felder zu beackern gäbe!
Und ich stelle mich gerne als Ackergaul zur Verfügung!
Aber bitte, bitte lasst mich mit diesem nährstoffarmen, toten Binnen-I-Feld in Frieden…
weder will ich hier irgendeinen kampf führen, noch suche ich feinde. auch halte ich nicht jeden gendergerechten ausdruck für
eine besonders gelungene schöpfung. aber wer wird sich denn gleich so maßlos über eine solche nebensächlichkeit aufregen,und zwar noch dazu ganz offensichtlich in der diktion der rechtsextremen? wie oben zu lesen steht genau diejenigen, die eine hinwendung zu inhaltlichen fragen fordern, sich aber in erster linie als verwegene robin-hoods gegen das binnen i und das “genderverbrechen” zu erkennen geben.
das ist doch wirklich lächerlich und blöd!
dass es manchen tatsächlich um eine stärkung basisdemokratischer elemente geht, möchte ich nicht prinzipiell in abrede stellen, ein großer teil dieser “leidenschaftlichen rufe nach basisdemokratie” ist in diesem kontext aber nicht einmal im ansatz glaubwürdig.
diese lächerliche und übertriebene dramatisierung und die oft damit einhergehende verquere und irrationale argumentation nervt ungemein(und hat meines erachtens ganz wesentlich zu den grünen verlusten bei der eu-wahl beigetragen). und ich weiß, dass es auch viele andere grün-wählerinnen und grün-wähler gibt, denen das zunehmend auf die nerven geht.
Im übrigen verwirrt mich auch der Zusammenhang, den Sie herstellen…
Im ganzen Artikel und in den Kommentaren wird nie das Gender-Thema angesprochen.. nur zwei (Denki, Santana1928) griffen dies auf…
Aber das war Anlass genug für Sie, uns alle Männer, die hier schreiben, zu diskreditieren… Ich und Tom Schaffer haben dann Ihren Fehdehandschuh aufgenommen und uns zu Recht verteidigt…
Was man uns auch nicht ankreiden kann, ist, dass hier keine Frauen schreiben (ob das überhaupt stimmt, weiß ich gar nicht, ich achte nicht wirklich aufs Geschlecht, sondern lese das Geschriebene)…
Die Frauen können und sollen machen was sie wollen… wenn sie hier nicht kommentieren wollen, dann ist das ihr gutes Recht!
Und jetzt frage ich sie: Sind wir daran schuld, dass Frauen hier nicht schreiben? Sollen wir sie dazu zwingen es zu tun, um den Gender-Aspekt zu befriedigen?
Sind Sie dann mit uns niederen männlichen Subjekten zufrieden? Kriegen wir Absolution? Sind wir dann keine Machos mehr?
Ja? - Kein Kommentar!
@nora: die vorwahlen als massiver grund für die grüne niederlage bei den eu-wahlen? ich würd mal sagen, das wär doch zuviel der zweifelhaften ehr’.
noch dazu wären die GVW ja eine möglichkeit gewesen offenheit zu zeigen und dadurch stimmen zu gewinnen. dass das gegenteil gemacht wurde kannst du wieder nicht den vorwählerInnen ankreiden - selbst wenn es diese wahlschlappe gebracht hätte.
der trend zu diesem ergebnis ist aber eh schon lange bevor die GVW entstanden ersichtlich gewesen. neben einem generellen problem der grünen, wieder vorwärts zu kommen, statt zu schrumpfen (schon bei der letzten vdb-wahl gabs ja schon ein minus), war da viel eher die causa voggenhuber schuld, als die grünen vorwahlen - die noch dazu direkt mit der eu-wahl zu tun hatte.
dieses debakel in sachen ergebnis und kommunikation jetzt hier einer handvoll in wien lebender leute ankreiden zu wollen, ist schon ziemlich mies und realitätsfern.
Wäre es nicht so traurig, wäre diese ganze Geschichte um die Grünen Vorwahlen nur mehr zum Lachen. Ich bin seit Jahren Mitglied bei den Wiener Grünen und bekomme auch diesen - ich bin jetzt unfreundlich - blöden Brief des Herrn Korbei. Hätten sich die Herrschaften nur eine Minute Zeit genommen und in ihren eigenen Unterlagen recherchiert, wäre es ein Leichtes gewesen herauszufinden, wann und wo ich mich für die Grünen engagiert habe (bis zum Personenkommitee für Ulrike Lunacek). Aber von mir Beweise für die Wahrhaftigkeit meiner Anliegen fordern. Da merkt man, dass Einige mit dem eigenen Parteistruktur überfordert sind. Aber warum ärgere ich mich eigentlich und warum investiere ich überhaupt Zeit in diesen Affenzirkus? Tschüß!
@Andreas Brunner: Du bist Wiener Grünmitglied und hast die gleiche Nachfrage erhalten wie Andi? Das würde tatsächlich bedeuten, dass sie nicht wie angegeben geschaut haben, wer in der Vergangenheit schon bei den Grünen “angedockt” hat.
PS. Warum hast du dich als Vorwähler registriert, wenn du schon Mitglied (und damit wahlberechtigt) bist?
du bist mitglied und hast dich als unterstützer beworben?
@andreas brunner
Punktgenau. Warum soll man sich dafür Zeit nehmen? Das ist eher was für Leute mit sehr geringen Opportunitätskosten.
P.S. Die österreichische Bevölkerung ist sicherlich überaus interessiert an weiblichen Rathausmännchen am Dach des Wr. Rathaus, unterschiedliche Steuersätze für Männer & Frauen und Kindergartentanten, die das selbe Gehalt eines Univ.Profs bekommen sollen. Doch nicht? Na sowas auch, wie überraschend.
Im Ernst: Seit VdB weg ist, ist die Partei zu vergessen und für mich nicht mehr wählbar. Schade.
bist jetzt beleidigt weil man dich nicht kannte, und gleich den grünen teppich ausgerollt hat, oder willst einfach nur aufregung erzeugen,
und freust dich jetzt scheckig, dass dein blog unter jeden artikel verlinkt ist.
Klingt eher nach Neid Ihrerseits…
was soll ich beneiden?
warum sollen die unterstützer nicht darlegen, wie die unterstützung aussieht?
lindinger setzt voraus, dass er bekannt ist, oder dass man im internet nach ihm recherchiert.
offensichtlich war beides nicht der fall, und für ein antwortschreiben seinerseits wird er ja nicht länger als ein paar minuten brauchen.
aber die vorwahl community macht daraus ein großes problem, das es einfach nicht ist.
die möglichkeit der vorwahl ist doch großartig, und deshalb verstehe ich einfach nicht wo das problem liegt, wenn man die gründe der unterstützung darlegen soll.
@tom
ich verfolge die sache erst seit kurzem, weil ich nicht in wien wohne.
meine aggressiver ton ist eine folge der medienberichte, das was ihr wollt, und das was dann als agenturmeldung zu den leuten durchdringt, ist hoffentlich ganz was anderes.
ich frag mich halt ob ihr das anders seht, oder ob ihr das in kauf nehmt oder ob ihr es sogar darauf anlegt.
dass die möglichkeit nicht so vorgesehen war, wie ihr sie jetzt nutzt ist mir klar,
und dass die wiener grünen dieser umstand vor unerwarteten herausforderungen stellt, ist auf jeden fall anzunehmen.
das zeigt ja auch die schwächen dieser möglichkeit, und ich glaube um das ernsthaft, vielleicht auch bei bundesweiten wahlen, durchzuführen wird es einige änderungen brauchen, nicht nur in der transparenz und der begrenzung.
ich wünsch mit halt nicht, dass von einer guten möglichkeit nicht mehr bleibt, als das aufkochen der leidigen voggenhuber vorwahlgeschichte, mit ein paar neuen schlagwörtern wie gesinnungsprüfung, aber genau danach sieht es jetzt aus.
das liegt aber zu einem gutteil daran, dass die grünen sich mit dem thema mal wieder echt patschert anstellen. die ganze initiative hätte man positiv mit schwung nutzen können, statt es ängstlich so lange hinauszuzögern bis eine große gruppe an echt wohlmeinenden sympathisanten sich wirklich angepisst fühlt.
die vorwählerInnen pochen natürlich auf diesem eigentlich ja von den statuten garantierten recht und sind dabei nicht immer so diplomatisch, wie das in der berufspolitik vielleicht üblich ist - das liegt halt daran, dass sie keine politiker sind und sein wollen.
die voggenhuber-causa war zwar sicher eine motivation für viele, hier mitzumachen, aber sie wurde von der initiative nie in den vordergrund gerückt oder ähnliches. was die medien so über die grünen schreiben können wir halt auch nicht kontrollieren.
ihr pocht auf ein recht von dem ihr wisst, dass es nicht so gedacht war, die wiener grünen verhalten sich vielleicht patschert, aber eure reaktionen sind nicht immer so wohlmeinend und die sympathie kann ich auch nicht erkennen.
was die medien schreiben könnt ihr sicher nicht kontrolliern, ihr seit euch aber bewusst, dass ihr wahrgenommen werdet, und z.b. gab es vor kurzem ein interview mit helge fahrnberger über die grünen in einer zib,
also nehmt ihr sicher einfluss auf die berichterstattung.
und so weit ich das verstanden habe wollt ihr ja auch diesen “sanften” zwang ausüben, der ja nur über die öffentlichkeit geht.
und helge fahrnberger befürchtet selbst eine “explosive dynamik”, die am ende den grünen schaden könnte.
menschlich gesehen kann ich verstehen, dass man sich bei solch einer flut neuer mitbestimmer etwas überfordert bei den grünen fühlte und daher jeden den man nicht (näher) kannte, aufforderte sich zu erklären. nach solch einer erklärung ist auch die recherche “wer bist du eigentlich? meinst du es ernst?” leichter durchzuführen als mehr oder weniger blind im i-net die nadel im heuhaufen zu suchen.
bei näherer betrachtung ist die vorgangsweise der grünen somit eigentlich ein logischer nächster schritt dieses thema in den griff zu bekommen.
eines wird den funktionären aber nicht erspart bleiben:
sich jedem unterstützer und damit seiner erklärung zu widmen. bei manchen wird jetzt halt schon die ferialpraktikantin die eindeutige gesinnungsprüfung positiv bewerten können und somit etwas vorarbeit leisten können
Hinweis: Da ich letzte Woche als Unterstützer der Wiener Grünen aufgenommen wurde, habe ich dem Artikel (leider mit etwas Verspätung) noch ein zweites Update angehängt.
Kurzer Einwurf zur Google-Verwirrung: Bei meiner Vorwähler-Registrierung habe ich am Formular eine andreaslindinger.at-Mailadresse angegeben, an diese erging auch die gestrige E-Mail der Grünen. Der erste, einfachste Weg noch vor einer Google-Suche hätte also direkt hierher geführt.
Es sollte aber klargestellt werden, dass es keine Belege dafür gibt, ob es ein solches KandidatInnenscreening o.ä. mittels Google überhaupt gegeben hat. Fest steht jedoch, dass die Undurchsichtigkeit der Entscheidungen über Aufnahme oder “Gewissensprüfung” einmal mehr beispielhaft das Problem der Intransparenz politischer Entscheidungen und Prozesse dargelegt hat. Und gerade diese Intransparenz könnte eine Aktion wie die Grünen Vorwahlen deutlich senken!
Danke für die Aufklärung; stimme bezüglich Intransparenz voll und ganz zu.
Zwei Klarstellungen, nachdem dieser Kommentar im wesentlichen auf zwei Missverständnissen beruht:
Zum einen setze ich nicht voraus, dass ich bekannt bin oder dass man im Internet nach mir recherchiert. Im Gegenteil, ich würde mir sogar wünschen, dass die Grünen nicht allen VorwählerInnen im Internet nachforschen, jedoch ließen gerade Aussagen aus deren Richtung darauf schließen (”Teilweise kommen wir uns schon wie der Geheimdienst vor”).
Zum anderen wäre es natürlich eine Möglichkeit gewesen, alle VorwählerInnen um eine genauere Erläuterung ihrer Vorstellungen hinsichtlich einer Mitarbeit zu bitten. Dies war jedoch nicht der Fall. Stattdessen wurden gestern manche aufgenommen und manche nicht - die Kriterien dafür wurden nicht kommuniziert und der Auswahlprozess erweckte einen teils willkürlichen und sehr intransparenten Eindruck.
Damit sich davon nicht weitere Betroffene abschrecken lassen sowie aufgrund meiner persönlichen Präferenz für Transparenz bei politischen Themen habe ich mich daher zu diesem Offenen Brief entschieden. Dies vor allem auch in der Hoffnung, dass eine breitere Diskussion für alle Beteiligten mehr Transparenz in den Auswahlprozess bringen würde.
“hätte ein kurzer Abstecher hierher dies wohl überflüssig gemacht,..”
“Da eigentlich eine wenige Minuten dauernde Recherche anhand der am VorwählerInnen-Formular angegebenen E-Mail-Adresse den Weg zu meinen Aktivitäten hier im Blog..”
Nochmals zur Erläuterung: Dies ist kein Widerspruch. In meiner Klarstellung habe ich den Idealzustand beschrieben. Nachdem dieser jedoch nicht der Fall war, wäre zumindest Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen wünschenswert gewesen. Falls es wie erwähnt ein Nachrecherchieren gibt, warum hat dies dann scheinbar nach Meinung vieler nicht funktioniert? Vor allem da gerade in diesem Fall (oder im weiter oben erwähnten Fall von Andreas Brunner) eine Recherche nicht an Informationsknappheit scheitern sollte? Dies gälte es zu klären, um die Transparenz und Wirksamkeit dieses Entscheidungsprozesses zu erhöhen. Hierfür ist dieser Artikel als Beitrag zu verstehen.
freund harry,
dass die grünen nach den antragstellerInnen googlen haben sie selbst kommuniziert. umso erstaunlicher ist es, dass dieses blog das unter demselben namen wie der antrag läuft nicht gefunden wurde. abgesehen davon hat andi dasselbe antragsformular ausgefüllt wie ich. der unterschied in der bewertung durch die grünen kann also nur aus willkür oder aus einer google-recherche gemacht werden. in beiden fällen hättens die grünen halt verpatzt.
dass du die möglichkeit der vorwahlen super findest ist zwar nett und ehrt dich, die grünen und die vorwahl-initiative (die ja nicht von den grünen selbst kommt), du vergisst dabei aber, dass die grünen vorwählerinnen jetzt nahezu ein viertel jahr darauf pochen mussten, dass diese in den statuten festgeschriebene möglichkeit auch tatsächlich eingehalten wird.
dass andi jetzt von allen medien verlinkt wurde wird ihn sicherlich freuen - warum auch nicht? es ist aber nicht so, als hätte er die jetzt alle angeschrieben und drum gebettelt.
alles in allem seh ich keinen grund für deinen aggressiven ton. dass du kein problem damit hast, ein gewissensbekenntnis abzulegen ist völlig in ordnung (und andi hats ja auch gemacht), aber andere menschen sehen darin halt ein problem (das ich nach diesen monaten des wartens, diskutierens und beobachtens auch besser begreife als das vorher der fall gewesen wäre).
vor dieser initiatvie war ich der meinung, die grünen wären offen genug um das problemlos durchzuziehen. einige reaktionen von namhaften mitgliederInnen haben mir gezeigt, dass es dort genauso machtfixierte sesselkleber gibt wie anderswo (wenn auch weniger davon). eine prüfung von gesinnung und absicht bietet deshalb auch die gefahr, ausgegrenzt zu bleiben. das ist zwar bis zu einem gewissen grad nötig, aber für leute die sich bisher als teil der grünen verstanden haben (ohne mitglied zu sein) nur schwer zu verdauen.
lg
Tom
ja aber die ist nicht durch die vorwahlen beabsichtigt und wird auch nicht dadurch verursacht, sondern der grund ist ein offensichtlich vorhandener graben innerhalb der partei der halt dadurch sichtbar wird.
wenn jemand interviewt wird, nimmt er keinen einfluss auf die berichterstattung, sondern es wird über ihn berichtet.
und wir pochen auf ein recht, dass sehr wohl so gedacht war - es wurde nur nicht damit gerechnet, dass es mal so viele leute in anspruch nehmen würden.