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27Jun

Unser Herr Bundespräsident Van der Bellen?

vdbpraes

Man könnte fast meinen, das politische Sommerloch würde dieses Jahr einen Frühstart hinlegen: Nachdem Europathemen pünktlich eine Woche nach den Europawahlen wieder aus den Medien verschwunden sind, die wichtigen zivilgesellschaftlichen Zeichen vom Museumsquartier bis zur Lichterkette vom Gros der Parteien leider totgeschwiegen wurden und soeben Michael Jackson den medialen Fokus vom Iran weggelenkt hat, befindet sich Österreich wieder im gewohnten Sud der innenpolitischen Nebensächlichkeiten.

Weil Hans Dichand dabei kurz vor dem Sommer etwas fad sein dürfte, sorgt er für eine neue politische Kehrtwende und verordnet seiner Kronen Zeitung kurzerhand eine mediale Adoption der beiden Prölls. Ausgehend von einem wohlkalkulierten Interview, getragen von einer plötzlichen Flut an Leserbriefen und gleichgeschaltet mit Wolfgang Fellners Gratisblatt wird damit angesichts des Wahltermins im Herbst 2010 ein quasi sinnloser Vorwahlkampf entfacht, der zu wenig anderem als zur Überbrückung des Sommerlochs dienen kann. Denn solange über eine Wiederkandidatur von Heinz Fischer keine Entscheidung gefallen ist, solange fehlt es jeglichen Spekulationen und Gedankenspielen eigentlich an jeglicher Relevanz.

Ich halte es daher für positiv, dass die Grünen wieder einmal nicht in den großen Spekulationschor einstimmen und Eva Glawischnig - angesprochen auf eine mögliche Kandidatur Alexander van der Bellens - sachlich auf eine solche zukünftige Option und die ausstehende Entscheidung Heinz Fischers verweist. So reizvoll der Gedanke an einen Bundespräsidenten Van der Bellen, so erfreulich der rasche Zuspruch auf Facebook und so verlockend das mediale Ablenkungspotenzial dieses Themas von den eigentlichen grünen Herausforderungen auch sein mag - wichtig ist es jetzt, die Kräfte innerhalb und außerhalb der Partei auf die unmittelbar anstehenden Aufgaben, insbesondere die Landtagswahlen in Oberösterreich und Vorarlberg, zu konzentrieren.

Auf den dafür notwendigen Kurs stimmt dieses Wochenende der Erweiterte Bundesvorstand ein: Die klare Analyse der Fehler der vergangenen Monate, die angekündigten personellen Änderungen und vor allem die von vielen Menschen ersehnte Neuausrichtung wieder hin zu einer politischen Bewegung, die von mutigen Ideen, klaren Visionen und breiter Mitarbeit getragen ist, stimmen mich dabei sehr zuversichtlich. In diesem Sinne: Vorwärts Grün!

Foto-Credits: Niko Alm

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Verfasst am 27.06.2009 um 16:06 Uhr von Andreas Lindinger mit den Stichworten , , , , , , , , , , , .
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Kommentare

  1. alm27.06.2009

    Hat EG gesagt, dass sie auf eine Entscheidung von Fischer wartet? Fände ich nicht gut.

    Wenn Die Grünen eine Kandidatin ins Rennen schicken, dann ist es völlig egal wer noch kandidiert und es nicht früh genug passieren. Je schnelle die Entscheidung feststeht, desto früher kann dafür mobilisiert werden.

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    • Habe die Information vom Artikel auf derStandard.at: “Mit der Entscheidung wollen sich die Grünen aber noch Zeit lassen und abwarten, ob Amtsinhaber Heinz Fischer wieder kandidiert und die ÖVP tatsächlich Erwin Pröll aufstellt. Einen grünen Wahlsieg hält Glawischnig zwar für nicht wahrscheinlich, aber man könnte zumindest die Diskussion mitgestalten.”

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