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Energie & Umwelt & Innovation & Wirtschaft » Energie & Klima: Europa muss handeln!
28Jun

Energie & Klima: Europa muss handeln!

2009-02-01-um-11-41-56

Neben den Diskussionen am Podium waren bei der Vienna Energy Conference vergangene Woche vor allem die persönlichen Pausengespräche mit Menschen aus anderen Regionen dieser Welt für mich interessant. Wann hat mensch schon die Chance, aus erster Hand zu erfahren wie die Pazifikinseln Samoa, Kiribati und Salomon Islands vom Anstieg des Meeresspiegels infolge des Klimawandels betroffen sind? Oder dass der Klimawandel in Ruanda letztes Jahr die sechsmonatige Trockenzeit um zwei Monate verlängerte und damit die Existenz der von der Landwirtschaft abhängigen Bevölkerung immens gefährdete?

Wir EuropäerInnen verschließen beim Klimawandel gerne die Augen. Fakten, wie jene, dass die letzten zehn Jahre die zehn Jahre mit den höchsten Durchschnittstemperaturen waren, nehmen wir nur ungenügend zur Kenntnis. Die Zunahme von Hochwassern, Stürmen und andere Unwetterkatastrophen schieben wir bevorzugt auf einen “schlechten Sommer”. Das Schmelzen der heimischen Gletscher verdrängen wir durch das Konservieren alter Postkarten und Heimatfilme. Und für die bevorstehende Herausforderung des Umgangs mit Klimaflüchtlingen scheinen wir nur jene Lösung parat zu haben, noch mehr von ihnen auf sinkenden Booten vor den Küsten Europas einem Akt der passiven Sterbehilfe gleich ihrem Schicksal zu überlassen. Dass Europa neben den USA und China wesentlich zum Klimawandel beiträgt, jedoch die Folgen des Klimawandels zuerst die Ärmsten der Armen treffen, ist eine der großen Schanden dieser Zeit!

Europa muss daher jetzt handeln, Europa darf insbesondere Afrika nicht ein weiteres Mal im Stich lassen! Egal ob Sonnenenergie in der Sahara, Windenergie an den Küstenregionen oder Geothermie in Zentralafrika - die Länder Afrikas sind bereit, ihr Potenzial im Bereich der Erneuerbaren Energieträger zu nützen! Was fehlt - und dies wurde in den persönlichen Gesprächen mehrmals klar - ist schlichtweg das notwendige Kapital und technologische Know-how. Hier ist Europa gefordert, durch Investitionen und Technologietransfer sowohl die Chancen für seine eigene Energieversorgung als auch insbesondere die energie- und entwicklungspolitischen Chancen für Afrika zu nutzen! Und hier ist Europa auch gefordert, die Einrichtung eines internationalen grünen Fonds für nachhaltige Energieprojekte in Entwicklungsländern aktiv voranzutreiben.

Dabei müssen wir als BürgerInnen mit globaler Verantwortung fordern, dass Europa diesmal nicht wie in der Vergangenheit auf eine schamlose, egoistische Ausbeutung der afrikanischen Rohstoffe sondern auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit setzt, bei der faire Teile der Energie und des Profits in der Region verbleiben. Wenn man bedenkt, dass in ganz Sub-Sahara Afrika (ohne Südafrika) nicht einmal halb so viel Energie wie in Italien erzeugt wird und nur jeder vierte Haushalt elektrifiziert ist, lässt sich das große Potenzial für erneuerbare Energie in Afrika erahnen!

Der Klimawandel ist DIE zentrale Herausforderung unserer Zeit, er betrifft uns alle und er trifft die ärmsten Menschen zuerst und am schlimmsten! Das “Window of opportunity” für ein rechtzeitiges, zukunftsgerichtetes Gegensteuern beträgt laut Experten nur sechs bis zehn Jahre! Wie sagte Ogunlade Davidson, der Energieminister von Sierra Leone: “There’s no way how you can achieve sustainable development if you leave people out.” Umso wichtiger ist es daher, dass die notwendige Energierevolution hin zu erneuerbaren Energieträgern alle Regionen auf dieser Welt miteinschließt und besser heute als morgen angegangen wird!

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Verfasst am 28.06.2009 um 20:54 Uhr von Andreas Lindinger mit den Stichworten , , , , , , , , , , , , , , , .
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