
Titelseite, Leitartikel und eine Doppelseite inklusive Interview in einer auflagenstarken, kostenlosen Sonntagszeitung - was für Grüne, FPÖ und BZÖ meistens ein Wunschtraum bleibt, gibt es für die rechts außerhalb des Verfassungsbogens stehende NVP heute leider flächendeckend in Oberösterreich. Das traurige Highlight der sachlichen, aber wenig kritischen Berichterstattung ist dabei ein ganzseitiges E-Mail-Interview, in dem die NVP unhinterfragt ihre nationalistischen Thesen zu Heimat, Volk und Volkszorn ausbreitet und de facto zugibt, dass sie das NS-Verbotsgesetz am liebsten sofort abschaffen würde, damit sie endlich öffentlich mit dem Nationalsozialismus kokettieren und den Holocaust leugnen kann.
Als hätten die Medien nichts aus ihrer Rolle beim Aufstieg der Rechtspopulisten Haider und Strache gelernt, verleihen sie nun auch den Rechtsrechten der NVP eine Plattform, die dieser beim Sammeln der für das Antreten bei den Landtagswahlen notwendigen Unterschriften den notwendigen Rückenwind verschaffen wird. Angesichts dieser Medienpräsenz ist zu befürchten, dass sich in jedem Wahlkreis 80 Ewiggestrige finden lassen, die den oberösterreichischen Landtagswahlen diesen rechten Schandfleck am Stimmzettel bescheren werden.
Als wäre eine menschenverachtende und gesellschaftsspaltende Haimbuchner-FPÖ nicht schon genug Strafe für dieses Bundesland, wäre ein Antreten der NVP bei den Landtagswahlen ein desaströses und höchst bedenkliches Zeichen! Umso wichtiger wird es daher für alle vernünftigen oberösterreichischen Parteien und Menschen in den kommenden Monaten sein, gegen das aufkeimende, rechtsextreme Treiben aufzustehen und die einzige konstruktive Alternative - nämlich einen gemeinsamen, zukunftsgerichteten Weg des gesellschaftlichen Miteinanders - aufzuzeigen!
Erteilen wir dem Rechtsextremismus eine klare, kollektive Absage und widmen wir uns den Sachthemen und eigentlichen Herausforderungen bei Wirtschaftskrise, Pflege, Bildung oder Energieversorgung. Denn nur so wird allen rasch klar, dass NVP & Co. hier keine Inhalte und Lösungen haben, sondern nur auf Kosten anderer Menschen ihr ewiggestriges Weltbild umsetzen wollen. In einem Wettbewerb der besten Ideen ist ein Sammelsurium rechter Hetzer wie die NVP zum Scheitern verurteilt!
Bislang wurden 6 Kommentare hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.




























Mit deiner Wortwahl - deine Einstellung sei dir ja unbenommen - gibst du den beiden aber sogar recht, wenn sie auf die Frage, was für sie Faschismus bedeutet, antworten:
“Das, was die linksgrünen Kommunisten betreiben.”
Und sie haben auch damit recht, dass das DÖW ein privater Verein ist (ohne jegliche exekutive oder gar rechtliche Funktion, die mehr wert wäre als ein Modelleisenbahnerverein).
Das DÖW hat aber sehr wohl eine gesellschaftliche und politische Funktion, die wohl bedeutender als jene eines Modelleisenbahnervereins ist. Nicht umsonst wird es von der Republik und der Stadt Wien getragen. In einem E-Mail-Interview macht man es sich halt leicht, wenn man der Kritik des DÖW mit dem Scheinargument des privaten Vereins ausweicht, weil man ja kein kritisches Nachfragen zu erwarten hat.
Selbiges gilt für die Antworten auf die letzten drei Interviewfragen. Was soll ich angesichts dieser Inhaltsleere und dieser offensichtlichen NS-Kokettiererei da anderes entgegnen als eine klare Ablehnung jeglicher solcher Ideologie? Das Argument der Rechten, dass diese Haltung faschistisch sei, ist ein absurdes Ablenkungsmanöver, dem es mit Aufzeigen rechter Irrwege und Fokus auf Sachpolitik zu begegnen gilt…
MMn. hat es keine Funktion, sondern maximal eine Bedeutung, das ist ein Unterschied!
Und deine Wortwahl, würde sie umgekehrt angewandt, würdest du absolut faschistisch deuten, also immer auf den Umkehrschluss achten, das wäre auch dem Dr. Walser ins Stammbuch zu schreiben!
Der Vorwurf an die Medien, sie hätten nichts gelernt, geht leider daneben. Die Erkenntnis war, unternehmerischer Logik folgend, dass sich mit solcher “Berichterstattung” Auflagen und damit Einnahmen steigern ließen. Gesellschaftliche Verantwortung ist nunmal kein Kriterium, wenns ums Geldmachen geht.
Ansonsten volle Zustimmung.
lieber andi,
deine kritik ist ernstzunehmen. sollte sich deine these - je mehr mediale aufmerksamkeit für rechtsaußen, umso mehr wählerstimmen - bewahrheiten, ist die berichterstattung in diesem ausmaß wohl tatsächlich problematisch.
allerdings:
die nvp entlarvt sich im angesprochenen e-mail-interview selbst. man sollte die leute nicht für dümmer verkaufen, als sie sind. im übrigen: ich denke nicht, dass die nvp in oberösterreich auch nur annähernd den einzug in den landtag schaffen wird.
Lieber cdw (Floskel, ich weiss ja nicht, ob die “lieb” bist):
Mediale Präsenz ist ok, also von seriösen Medien, und auch weniger seriösen (die meisten nehmen eh bloss den Feed der APA her, dieser Artikel erscheint mir aber abseits des Mainstreams und deshalb glaubwürdiger).
Wenn du eine Partei gründest, hast du mMn. das Recht auf Berichterstattung, natürlich auch das Recht des Widerspruchs - der zeigt sich aber am besten in Verachtung bzw. mangelnder Beachtung durch den Wähler. Hast du schonmal nachgefragt, wieviele Parteien es in Aut gibt?
Knapp unter 1000 sind es im Moment…..