
Eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann-Stiftung unter rd. 500 österreichischen Jugendlichen (14-18 Jahre) zu Themen der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit beweist eines einmal mehr: Gerade inmitten der Wirtschaftskrise müssen wir jenen jungen Menschen, die die faire und nachhaltige Gestaltung ihrer Zukunft aktiv in die Hand nehmen wollen, endlich echte Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeiten bieten!
Verantwortungsvolle PolitikerInnen dürfen nicht länger jene übersehen, die an einer zukunftsfähigen Politik für dieses Jahrhundert das größte Interesse haben! Denn gerade junge Menschen können aufgrund ihrer Sozialisation in einer globalisierten Welt und ihres Bewusstseins für die Folgen von Klimawandel oder Verteilungsprobleme zum wichtigsten Wegbereiter des notwendigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels werden!
Zur angesprochenen Studie: Dass mehr als drei Viertel der Jugendlichen über den Zustand der Welt in 20 Jahren besorgt sind, ist ein ernstzunehmendes Warnsignal in Richtung Politik. Doch die Vorzeichen für ein von der Jugend getragenes Entgegensteuern stehen gut: Für mehr als zwei Drittel der Jugendlichen sind Klimawandel, Armut, Nahrungs-/Trinkwasserknappheit und Rohstoffverknappung die größten Herausforderungen. Jeder zweite Jugendliche glaubt, dass gemeinschaftliches Engagement etwas bewirken kann und laut drei Viertel der Jugendlichen sollten Jugendliche aller Länder an Lösungsprozessen beteiligt werden. Ein Drittel der österreichischen Jugendlichen engagiert sich bereits gesellschafts- oder umweltpolitisch und die Hälfte der noch nicht Aktiven kann sich ein solches Engagement vorstellen.
Der Auftrag ist klar: Mehr als 80% der Jugendlichen finden, dass sich Politik und Wirtschaft viel stärker für die Jugend bzw. die Probleme der Welt einsetzen sollen. Doch die Jugendlichen fordern nicht einfach nur von Politik und Wirtschaft Veränderungen, sondern sie zeigen selbst soziales Engagement, sind zur Änderung ihrer Lebensstile bereit und haben ein hohes Bedürfnis nach Informationen zu globalen Herausforderungen.
Ein wichtiger Ansatzpunkt liegt daher im Bildungsbereich und unterstreicht die Notwendigkeit nach einer umfassenden Bildungsreform mit modernen Lehrplänen: Denn drei Viertel der Jugendlichen fordern, dass in Schule und Ausbildung viel mehr Wissen über die Probleme der Welt und unsere Verantwortung vermittelt werden soll.
Worin liegt nun die zentrale politische Herausforderung? Der Klimawandel und andere große Probleme dürfen nicht zu einem Konflikt der Generationen führen, in den uns Untätigkeit und Sorglosigkeit der aktuellen Regierungspolitik vieler Länder bringen könnten. Gerade angesichts hoher Jugendarbeitslosigkeit, sozialer Spannungen und steigender Orientierungslosigkeit, muss eine Politik des 21. Jahrhunderts den jungen Menschen Chancen bieten, ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.
Eine moderne Politik muss auf die Jugend zugehen und sie um ihre Probleme, Ratschläge und Erfahrungen bitten! Sie muss ihr die Möglichkeit der Mitwirkung bei Entscheidungen in ihrem persönlichen Lebensbereich und Repräsentierung in politischen Gremien und Ämtern bieten! Sie muss ihr zivilgesellschaftliches Engagement stärker würdigen! Sie muss ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für Klimawandel, Verteilungsfrage und andere globale Probleme fördern! Sie muss die Investitionen von Konjunkturpaketen für sinnvolle Bereiche wie Bildung, Soziales und Ökojobs anstatt für eine simple Aufrechterhaltung des Status quo verwenden! Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen…
Mahatma Gandhi sagte einst: “Sei du selbst die Veränderung, die du dir in der Welt wünschst.” Ich konnte in den letzten Monaten und Jahren viele junge Menschen kennenlernen, die außergewöhnliche Fähigkeiten und hohe Motivation besitzen, eine solche positive Veränderung in die Welt zu bringen.
Als Teil dieser jungen, veränderungshungrigen Generation weiß ich, dass die Zeit zur Mitgestaltung reif ist. Denn statt Stillstand wollen wir Nachhaltigkeit und Veränderung! Statt Perspektivenlosigkeit wollen wir Mitsprache und Verantwortung! Und statt Generationenkonflikte wollen wir zukunftsfähige Lösungen und breite gesellschaftliche Zusammenarbeit!
Foto Credits: CC by greenforall.org




























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